Geheime Tresore

Unterirdische Schatzkammern

Der Hochadel in Russland hatte enge Bindungen zur Zarenfamilie. Dazu gehören auch die Jussopows. In geheimen Räumen im Palast an der Moika versteckten sie ihre Schätze. Unermesslich wertvoll ist das Vermögen der Aristokratenfamilie.

In der einstigen Zarenstadt Sankt Petersburg lassen sich noch heute Zeugnisse von den Versuchen der russischen Aristokratie finden, ihr Vermögen zu retten. Überall im Palast der mächtigen Familie Jussopow sind geheime Tresore verborgen. Hinter den Schränken der Bibliothek öffnet sich die Tür zur "Höhle Aladins", in der Prinzessin Irina Jussopow einst ihren Schmuck verwahrte.


Unter dem schweren Tisch im einstigen Billiard-Saal befindet sich der Zugang zu einem Labyrinth von Räumen, das unterhalb der Gemächer liegt. Über tausend Gemälde und Gobelins, erlesenes Porzellan, Diamanten und Juwelen von unschätzbarem Wert waren in den Geheimkammern verborgen. Über 100 kostbare Violinen wurden nach der Revolution in den verkapselten weißen Säulen des großen Bankettsaals entdeckt, darunter ein Meisterwerk des berühmten Geigenbauers Antonio Stradivari.

Im Umfeld der Zaren

Die Jussopows zählten zu den fünf reichsten Familien in Rußland. Seit Jahrhunderten waren sie die Favoriten der Zaren, die ihnen Landbesitz, Weingüter, Ölquellen und Zuckerfabriken schenkten. Stets vermählten sie ihre Söhne mit Töchtern vornehmer Herkunft.


Im Jahr 1913 heiratete Fürst Felix Jussopow eine Nichte des letzten Zaren, Irina. "Ich erinnere mich noch daran, dass überall in ihren Salons Kristallschalen herumstanden, die mit ungeschliffenen Saphiren, Smaragden und Opalen angefüllt waren - alles zu reinen Dekorationszwecken", so Großfürstin Olga Alexandrowna, die jüngere Schwester des Zaren, über die Empfänge im Palast an der Moika.

Revolutionsbeute

Als sich die Situation in Sankt Petersburg im Sommer 1917 zuspitzte, flüchtete die Familie ins Exil auf die Krim. Doch Felix Jussopow sollte noch einmal in die Zarenstadt zurückkehren, um seinen Bediensteten die Anweisung zu geben, alle Reichtümer in den Geheimkammern zu verstecken. Nach der Revolution wurde der Palast an der Moika, der zu den zehn schönsten Häusern Europas zählt, unter diplomatischen Schutz gestellt.


Doch im Februar 1919 kam ein bolschewistisches Komitee, drei Männer und zwei Frauen, mit dem Durchsuchungsbefehl. Sie klopften alle Wände ab, und entdeckten hinter den Kacheln eines Korridors zunächst einen Raum mit 100 Kisten und den passenden Schlüsseln. Darin waren Silber und Gold, Edelsteine und Diamanten von einzigartiger Pracht verborgen. Lenins Fahnder folgten den Belüftungsrohren der Heizung, brachen die Wände auf und kehrten mit gewaltiger Beute zurück. Das letzte Versteck hat ihnen der einst loyale Haumeister des Palastes verraten.

Verschollenes Vermögen

Vom Schatz der Jussopows sind nur wenige Pretiosen erhalten geblieben - ein halbes Dutzend Schnupftabakdosen und Taschenuhren, von denen einige den Namenszug Felix Jussopows tragen. Sie werden bis heute in der Schatzkammer der Petersburger Eremitage aufbewahrt.


Gobelins und Gemälde, die aus dem Palais an der Moika gerettet wurden, können in den Kunstsammlungen des Museums besichtigt werden. Und im Archiv der Eremitage dokumentieren über 20 voluminöse Bände den Reichtum der Jussopows. Jeder Ring, jeder goldene Kelch - zigtausend Kostbarkeiten sind darin bis ins letzte Detail aufgelistet. Doch das unermessliche Vermögen der mächtigen Familie ist verschollen.

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