Geliebt und gejagt: Blaue Bären

Nur noch wenige Exemplare sind in Nordamerika heimisch

Der Blaue Bär ist wohl eines der seltensten Tiere Nordamerikas. Sein blau schimmerndes Fell zieht Tierliebhaber und Jäger gleichsam in seinen Bann. Wie viele Exemplare noch in den subarktischen Wäldern Südostalaskas und Britisch Columbias leben, weiß allerdings niemand genau. Als sicher gilt, dass es von Jahr zu Jahr weniger werden.

Ein Schwarzbär in Kanada Quelle: ZDF

Unten hat das Fell des Blauen Bären einen dunklen, schwarz-blauen Farbton, die oberen Haare sind lang und weiß mit silberfarbenen Spitzen. Diese Farbvariation entstand wahrscheinlich durch den biologischen Prozess der so genannten Gendrift während der letzten Eiszeit. Von einer Gendrift spricht man, wenn es zu Veränderung des Genbestands einer Population kommt, indem zufällig nur bestimmte Ausprägungen eines Gens weitergegeben werden.

Farb-Gen ist für Fellfarbe verantwortlich

Da die Bären mit dem blauen Farb-Gen früher durch die Gletscher von der Außenwelt abgeschlossen waren, konnten sie sich nicht mit ihren Verwandten, den Schwarzbären, paaren. Das Gen, das für das blau schimmernde Fell verantwortlich ist - so die These einiger Wissenschaftler - wurde somit von Generation zu Generation weitergegeben, ohne dass das Gen mit anderen Farb-Genen kombiniert wurde. Das änderte sich mit dem Rückgang der Gletscher. Die Tiere verließen ihre angestammten Gebiete und vermischten sich mit den Schwarzbären. Durch die Vermischung wird das Farb-Gen immer seltener, so dass es irgendwann keine Blauen Bären mehr geben wird.


Genau genommen ist der Blaue Bär (Ursus americanus emmonsii) keine eigene Bärenart, sondern eine Unterart des Amerikanischen Schwarzbären. Er ist nicht der einzige aus der Art der Schwarzbären, dessen Fell nicht schwarz ist. Je nach Unterart kann das Fell der Schwarzbären auch braun, zimtfarben, blond oder sogar weiß sein. Das wussten die Europäer, die im 17. und 18. Jahrhundert Nordamerika erkundeten und dort zuerst nur auf schwarze Bären stießen, allerdings nicht. Sie dachten, es würde sich bei den verschiedenfarbigen Bären auch um verschiedene Arten handeln.

Blau-graue Farbe ist ideale Tarnung

Warum Schwarzbären unterschiedliche Fellfarben haben können, obwohl sie alle zur selben Art gehören, ist nicht ganz klar. Es gibt wissenschaftliche Indizien dafür, dass dies mit dem jeweiligen Lebensraum, dem dortigen Klima und mit Tarnung zu tun hat: Gene, die das Überleben in den jeweiligen Regionen begünstigten, konnten sich durchsetzen.

Kieling am See mit Bär

Seinen englischen Namen "Glacier Bear", zu Deutsch "Gletscherbär", verdankt der Blaue Bär seinem ursprünglichen Verbreitungsgebiet, den Gletschern im äußersten Nordwesten der kanadischen Provinz British Columbia und im angrenzenden Alaska. Die blaugraue Fellfarbe war in den eisigen Bergen eine ideale Tarnung. Wenn sie sich nicht bewegten, waren sie vor diesem Hintergrund kaum zu entdecken.

Begehrte Jagdtrophäen

Bär fängt Fisch Quelle: ZDF

Gletscherbären sind etwas kleiner als normale Schwarzbären. Sie verständigen sich mit Hilfe von Lauten, Körpersprache und Duftmarken. Als Nahrung dienen ihnen, Beeren, Nüsse, Blätter und andere Pflanzen, aber auch Fische, Insekten und kleinere Wirbeltiere.

Blaue Bären sind begehrte Jagdtrophäen. Obwohl der Abschuss von Blauen Bären limitiert und an strenge Auflagen gebunden ist, hat so mancher Jagdreisen-Anbieter auch eine Jagd auf Blaue Bären im Angebot. Zum Glück für die Bären sind diese Expeditionen in die unzugänglichen Gebiete Alaskas mit einem Preis zwischen 8000 und 10.000 Dollar sehr teuer. Wer auf eine Trophäe aus ist, hat es deshalb eher auf den riesigen Kodiakbären abgesehen, der an der Südküste Alaskas lebt.

Blauer Bär ist "schutzbedürftig"

Im Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) ist der Gletscherbär im Anhang II aufgeführt. Auf dieser Liste stehen alle schutzbedürftigen Arten, mit denen nur gehandelt werden darf, wenn eine Aus- und Einfuhrgenehmigung sowie der Nachweis über die Unschädlichkeit für den Bestand vorliegen.

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