Genanalyse, wie geht das?

Das einer DNA-Analyse zugrundeliegende Prinzip ist denkbar einfach. In jeder Zelle des menschlichen Körpers findet sich die unverwechselbare, von den Eltern auf ihre Kinder weitergegebene Erbinformation, die Chromosomen.

Jedes Chromosom im Zellkern einer jeden Zelle ist aus einer langen Kette von Molekülen aufgebaut, der Desoxyribonukleinsäure, DNS, beziehungsweise DNA - vom englischen "acid" für Säure. Als Kettenglieder fungieren nur die vier immer gleichen Basen: Adenin (A), Tymin (T), Guanin (G) und Cytosin (C), circa 250 Millionen von ihnen bilden einen DNA-Strang. Dabei bildet die charakteristische Reihenfolge eines DNA-Moleküls den eigentlichen genetischen Code.

Neben der DNA der Chromosomen im Zellkern gibt es noch in anderen Zellbausteinen, den so genannten Mitochondrien, genetisches Material. Die Mitochondrien enthalten von der Zellkern-DNA unabhängige und unverwechselbare Gene, man bezeichnet sie als mtDNA. Sie besteht aus nur 16.569 Basenpaaren und ist damit viel kürzer als die Kern-DNA. Die Mitochondrien, und mit ihnen die DNA, wird nur über die Eizelle von der Mutter an das Kind weiter gegeben. Somit entspricht die mtDNA eines Menschen immer genau der seiner Mutter. Die mtDNA von Personen aus einer mütterlichen Erbschaftslinie stimmen also miteinander überein.

Geeignete Grundlage

Unterschiede treten nur in Form von kleineren Abweichungen in der Basenabfolge auf, wie sie sich im Lauf der Generationen durch Mutation ereignen können. All das macht die mtDNA zur geeigneten Grundlage für die Untersuchungen der Rechtsmedizin, wenn es darum geht verwandtschaftliche Beziehungen einer Person auf Basis des "genetischen Codes" festzustellen.

Bei diesen Untersuchungen analysiert man das Auftreten und die Reihenfolge der vier immer wiederkehrenden Basen-Bausteine, wie sie auf bestimmten mtDNA-Abschnitten auftreten. Dazu wird zunächst nach kleinsten Spuren von DNA in Gewebeproben, wie Haaren, Blut, Haut, Knochen gesucht. Die DNA wird durch chemische Methoden vervielfältigt und sichtbar gemacht. Nachfolgend wird die unverwechselbare Reihenfolge der vier Bausteine C G T A bestimmt und mit der Reihenfolge anderer Proben auf Identität oder Nicht-Identität verglichen.

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