Genialer Coup

Frankreich erhält den Zuschlag für Schweres Wasser

Das aufwendige Verfahren zur Gewinnung von Schwerem Wasser brachte zunächst nur Verluste. Mit den Fortschritten in der Nukleartechnologie jedoch stieg die Nachfrage schlagartig an. Noch ahnten die Norweger nicht, dass sie den Schlüssel zur Atombombe in Händen hielten. Plötzlich füllten sich die Auftragsbücher.

1938 verfügt das Werk über einen Bestand von 183 Kilogramm Schwerem Wasser - der einzige Vorrat weltweit. Per Pynten, der ehemalige Archivar der Norsk Hydro, weiß von dem besonderen Interesse der Deutschen und Franzosen, die gesamte Menge aufzukaufen.

Alter Trick

Der norwegisch-französische Spielfilm "Der Kampf um das Schwere Wasser" erzählt von einem genialen Coup - kurz vor Kriegsausbruch. Auf Drängen des Atomphysikers Joliot-Curie entsandte der französische Verteidigungsminister den Agenten Jaques Allier nach Oslo, um den Deutschen das seltene Destillat wegzuschnappen. Jacques Allier war ein alter Freund des norwegischen Fabrikbesitzers. Schon nach drei Tagen Verhandlung hatte Allier ihn überredet, das gesamte Schwere Wasser an Frankreich zu verkaufen.

Am Abend darauf geht die Verlade-Aktion in Oslo über die Bühne. Allier sind bereits deutsche Spione auf den Fersen, doch sie sitzen einem alten Trick auf. Der Franzose besteigt eine Maschine nach Amsterdam, klettert aber kurz vor dem Start in einen anderen Flieger. Mit an Bord das Schwere Wasser. Und tatsächlich: Die deutsche Luftwaffe zwingt die Maschine nach Amsterdam zur Landung in Hamburg und durchsucht den Laderaum. Als die Verfolger den Fehler bemerken, ist die heiße Ware längst in Paris - im Labor von Joliot-Curie im Collège de France. Doch dem Physiker bleibt keine Zeit für Atomversuche.

Flucht in letzter Minute

Am 14. Juni 1940 marschieren Hitlers Truppen in die Stadt ein. Und erneut muss die begehrte Substanz in Sicherheit gebracht werden. Nach einer Odyssee quer durch Frankreich gelingt in letzter Minute die Flucht von Bordeaux über London und Cambridge bis in die USA. Nur knapp waren die 183 Kilo Schweres Wasser den Nazis entgangen.


Hauptschauplatz im Tauziehen um das wertvolle Material bleibt aber Norwegen. Seit dem 8. April 1940 kämpfen deutsche Truppen dort gegen einen schlagkräftigen Widerstand. Erbittert verteidigen die Norweger das Tal rund um Vermork. Im Mai fällt auch die letzte Bastion. Das Kraftwerk Norsk Hydro gerät in die Gewalt der Besatzer. Ab sofort lautet die strikte Order: Die gesamte Produktion von Schwerem Wasser geht nach Deutschland.

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