Glückliches Ende, großer Triumph

Einweihung des Kanals vor Tausenden von Ehrengästen

Während Vizekönig Ismael schon Einladungen für die große Eröffnungsfeier verschickt, ist das Felsmassiv noch immer nicht überwunden. Im Sommer 1869, greifen Lesseps Männer verzweifelt zum letzten Mittel. Dynamit soll das Hindernis beseitigen.

Wenig später ist es gelungen. Das Wasser des Roten Meeres ergießt sich in den Kanal und vermischt sich in den Bitterseen mit dem Wasser des Mittelmeers. Die Landenge von Suez ist durchstoßen. 37 Jahre sind vergangen, seit de Lesseps den kühnen Plan fasste, diesen Kanal zu bauen.

Der große Tag


Die gekrönten Häupter Europas haben sich mit ihren Luxusyachten in Port Said versammelt. Und Vizekönig Ismael hat in Kairo einen neuen Palast errichten lassen - eigens für den Besuch der Kaiserin Eugenie. Am 17. November 1869 ist der große Tag gekommen. Der Moment, auf den de Lesseps all die Jahre gewartet hat. Kaiserin Eugenie begleitet ihn an diesem Tag. Um den Kanal und seinen Erbauer zu feiern, sind der Einladung des Vizekönigs Ismael Tausende von Ehrengästen gefolgt. Ein großer Triumph und das glückliche Ende eines langen Kampfes.

De Lesseps ist 64 Jahre alt. Es hat ihn fast die Hälfte seines Lebens gekostet, seine Vision gegen alle Widerstände zu verwirklichen. Jetzt endlich wird ihm Anerkennung und Ehre zuteil. Kaiser Franz Josef von Österreich, Kronprinz Friederich von Preußen und Großfürst Michael aus Russland sind unter den Geladenen. Nach der pompösen Eröffnungsfeier startet der erste Konvoi durch den Suezkanal, angeführt von der Yacht Aigle mit Kaiserin Eugenie und de Lesseps an Bord.

Europäische Zentren

In den folgenden Jahren entwickeln sich die Städte entlang des Kanals zu europäischen Zentren mitten in der ägyptischen Wüste. Vor allem Ismalia, der Hauptsitz der Compagnie Universelle de Suez. Gepflegte Straßen und Parks, Villen der Ingenieure und herrschaftliche Verwaltungsgebäude bestimmen das Stadtbild. Die Suezgesellschaft wird zum Staat im Staat mit eigenem Geld, eigenen Briefmarken, Krankenhäusern, Schulen und Kirchen, Kaffees, Clubs und Sporteinrichtungen.


500 Schiffe fahren im ersten Jahr durch den Kanal und spülen immense Summen in die Kasse der Gesellschaft. Schon nach drei Jahren erwirtschaftet der Kanal einen stattlichen Gewinn von zwei Millionen Schweizer Franken. 15 Jahre später werden es fast 30 Millionen sein.

Neue Projekte

Zurück in Frankreich widmet sich Ferdinand de Lesseps neuen Projekten. Er erwägt, Eisenbahnen in die Mandschurei zu bauen, ja sogar, die Sahara zu bewässern. Und schließlich wird er sein gesamtes Vermögen bei dem Versuch verlieren, einen Kanal durch die Landenge von Panama zu bauen. Im Alter von 69 Jahren, kurz nach der Eröffnung des Suezkanals, heiratet er noch einmal und zeugt in den folgenden Jahren mit seiner jungen Frau zwölf Kinder.

Die Suezgesellschaft existiert nach wie vor, heute mit Hauptsitz in Paris. Nachdem der ägyptische Staat den Kanal enteignet und nationalisiert hatte, wurde die Firma zunächst zu einer Bank. Inzwischen ist sie einer der größten Energieversorger weltweit. Fast 15.000 Schiffe passieren jährlich den Suezkanal und eine von Ägyptens Haupteinnahmequellen. Er wird von Schiffen aus der ganzen Welt genutzt - so wie es die Vision seines Erbauers war.

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