Glücksuche mit bloßen Händen

Goldgräber am Ende der Welt

Die Suche nach der Quelle des Goldes führt Richtung Süden, die Straße folgt dem alten Karawanenweg. Der Agrarwissenschaftler Yahaya Kané, der in Deutschland studiert hat, ist nach Djenné zurückgekommen, um die alten Abbaumethoden und ihre Auswirkungen auf die Umwelt zu untersuchen. Kanés Vorfahren gruben hier schon vor Jahrhunderten nach Gold.

Nach tagelanger Fahrt durch Steppe und Wüste erreicht man das Buré, ein überraschend grünes Land mit vielen Flussläufen, das auch die arabischen Berichte erwähnen. In einem Dorf eintausend Kilometer von Timbuktu entfernt wird noch heute in den Goldminen gearbeitet. In der Regenzeit sind die Minen manchmal überschwemmt und die Arbeiten eingestellt.

Fremde dürfen die Minen eigentlich nicht betreten. Es könnte den Zorn der Götter herausfordern und die Goldader versiegen lassen. Anscheinend sind die Minen ergiebig. Grund genug, Neugierigen gegenüber misstrauisch zu sein. Die Geister könnten etwas gegen Fremde haben und müssen erst durch ein Opfer besänftigt werden.

Löcher im Boden

Dorfbewohner, Wanderarbeiter, und die, die von ihnen leben, haben sich hier eingerichtet. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Mit einfachsten Mitteln schafft man sich Werkzeuge. Die Arbeiter steigen ohne Leiter oder Seil in die Dunkelheit der Minen hinab. Die Wände sind fast glatt. Keine Streben oder Balken stützen Wand und Decke der Mine.

"Löcher im Boden, auf deren Grund Männer das Gold einsammeln" - so beschrieben die arabischen Berichte Kanga Mussas Minen. An dieser Stelle wurde auch das Gold Kanga Mussas gewonnen. Mit Hacken und Schüssel rangen es die Arbeiter des Königs dem Boden ab. In der Oasenstadt Timbuktu wurde nur mit diesem Gold gehandelt. Von hier, tief im Süden Malis, trat das Gold den weiten Weg bis in die Schatzkammern der Kalifen an.

Unter extremen Bedingungen

Bei Mittagshitze werden die Löcher zu Brutöfen, die sich auf 50 Grad und mehr aufheizen. Ohne technische Hilfsmittel und mit einfachsten Werkzeugen wird aus ihnen das Gold geholt. Doch die Hoffnung auf ein paar Körner Gold treibt die Männer an. Die Pächter müssen die Hälfte der Ausbeute den Minenbesitzern abgeben. Das Unfallrisiko tragen sie alleine. Die Arbeiter rechnen, dass ein Minenloch am Tag Gold im Wert von 15 Euro bringt. Dafür opfern die Menschen ihr Wertvollstes - ihre Wasservorräte.

Drei Tonnen Gold werden so jedes Jahr aus der Erde geholt. Im 16. Jahrhundert waren es auf der ganzen Welt insgesamt nur sechs Tonnen. Wie viel mögen die Minenarbeiter zu Kanga Mussas Zeiten geschürft haben? Durch die Wüste kam es nach Arabien und kündete vom Reichtum Afrikas. Die Wallfahrt des schwarzen Königs ließ das Gold von Mali zur Legende werden. Es brachte den Menschen Luxus und ein Stück afrikanische Magie in die Welt von Tausendundeiner Nacht.

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