Göttlicher Pharao

Ramesseum als unvergleichliches Denkmal

Der legendäre Feldherr regierte vor mehr als 3.000 Jahren. Erst mit 22 Jahren um 1279 vor Christus ernennt ihn sein Vater zum Thronfolger. Damals erlebt das Land eine Periode des Wachstums und der Blüte. Mit dem Ramesseum erschafft sich Ramses II. ein unvergleichliches Denkmal.

Ramses' Großvater hatte Karriere beim Militär gemacht, sein Vater, Sethos I., die Macht gefestigt. Als der Kronprinz den Pharao zu Grabe trägt, erfüllt sich für den jungen Mann ein langgehegter Traum: Ramses II. wird alleiniger Gebieter über Ober- und Unterägypten.

Visionäre Pläne

Mit sicherem Gespür setzt der neue Regent seine visionären Pläne um. Er will der Größte unter den Großen sein. Gigantische Bauwerke sollen ihm Unsterblichkeit garantieren. Und tatsächlich: Seit Belzonis Entdeckungen ist Ramses' Ruhm in aller Munde.


Ramses II. verewigte sich in einer prächtigen Anlage - mit Allerheiligstem, zahlreichen Nebenräumen, Magazinen und Kolonnaden umsäumten Höfen. Das Ramesseum ist ein unvergleichliches Denkmal, das auch nach Jahrtausenden nichts von seiner Ausstrahlung verloren hat. Selbst noch die Ruinen versetzen die europäischen Reisenden in Staunen. Die Statue, die Belzoni abtransportieren lässt, mit dem Abbild von Ramses II. stand einst in seinem Totentempel, den der Pharao bereits in den ersten Jahren seiner Regierung in Auftrag gab. Für die symbolträchtige Anlage verwendeten die Arbeiter ausschließlich kostbaren Naturstein, der von weither zur Baustelle gebracht wurde.

Gottgleiche Stellung

An der Frontseite des zweiten Hofes ragen die Kolossalstauen von Ramses II. in den Himmel empor. Das weithin sichtbare Figurenensemble zeigt den Pharao in Gestalt des Totengottes Osiris - als Zeichen seiner gottgleichen Stellung. Außerdem ließ er neben der heiligen Stätte eine prächtige Residenz errichten. Dort wohnte der Herrscher anlässlich seiner häufigen Besuche in Theben. Nach und nach überzog Ramses II. das ganze Land mit riesigen Tempelanlagen und Palästen, die ausnahmslos ihm gewidmet waren.

Überirdischer Vater

Bei Umbauten achtete der Regent peinlich darauf, dass die Namenskartuschen seiner Vorgänger ausgehackt und durch seine eigenen Königstitel ersetzt wurden. Die Reliefs sollten allein von den Ruhmestaten des Gottgleichen künden - und das für die Ewigkeit. Mit seiner Bauwut drückte der ehrgeizige Pharao dem ganzen Land einen persönlichen Stempel auf. Wie Perlen an einer Schnur reihten sich die Denkmäler entlang des Nils.


Schon in der Krönungsrede verwies Ramses auf seine Abstammung: "Der Allherr selbst hat mir den Erdkreis gegeben, da ich noch im Mutterleib war. Ich bin aus dem Sonnengott Ra hervorgegangen, der mich aufzog und groß werden ließ." So wählte er den Thronnamen "Ramses": Ra hat ihn gezeugt. Seinem überirdischen Vater zu Ehren ließ der Regent eine 18 Meter hohe Figur aus Rosengranit im Tempel aufstellen. An ihre Seite postierte er eine zweite Statue, die seine eigenen Züge trug. Eine gelungene Inszenierung himmlischer und irdischer Macht.



Die Ägypter glaubten fest daran, dass der göttliche Pharao für den ewigen Kreislauf der Natur Sorge trug. Jahr für Jahr bescherte das Hochwasser des Nils dem Volk üppige Ernten. Die Überflutung schwemmte fruchtbaren Schlamm auf die Äcker. Weite Felder mit Weizen, Gemüse und Früchten entfalteten sich entlang der Lebensader.

Goldenes Zeitalter

Die Untertanen lebten im Überfluss - trotz hoher Steuern. Mit Weitblick lenkte Ramses II., der Liebling der Götter, die Geschicke des Reiches. Unter seiner Regierung begann das "Goldene Zeitalter Ägyptens", das mehr als ein halbes Jahrhundert währte. In seinem Palast gingen oft Bittsteller ein und aus. Die reich gefüllte Kornkammer des Nahen Ostens rettete in Notzeiten nicht nur die eigene Bevölkerung, sondern auch befreundete Stämme jenseits der Grenzen. Dabei versäumte Ramses es nicht, seine glorreichen Taten akribisch aufzeichnen zu lassen. Ein Vermächtnis an die Nachwelt.

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