Goldsuche im Outback

Wochenlange Quälerei in wüstem Land

Lasseter gelang es immer wieder, die müden Kameraden mit seinem Goldfieber anzustecken. Der Konvoi quälte sich nur langsam voran, allzu schwierig war das Terrain.

Bis zu 30 mal am Tag mussten die Schläuche der Wagen geflickt werden. Eisenharte Mulga-Wurzeln zerstachen immer wieder die Reifen. Manchmal kamen die Wagen nur zehn Kilometer am Tag voran. Die Sonne brannte immer erbarmungsloser, und überhitzte Kühler setzten die Motoren in Brand. Bald glaubten die Glücksritter dass Schutzgeister der Eingeborenen die Expedition aufhielten.

Nadel im Heuhaufen

Expeditionsleiter Blakeley wurde immer unruhiger, denn Lasseter konnte die Orientierungspunkte nicht finden, die den Weg zur Mine weisen sollten. Führte der Pfadfinder die Partner an der Nase herum? An solche Berge müsste man sich doch erinnern. Behielt Lasseter sein Geheimnis misstrauisch für sich? Oder gab es den Goldberg etwa gar nicht?


Wer in diesem wüsten Land nach einem einzelnen Felsbuckel fahndet, sucht die berühmte Nadel im Heuhaufen. Als Harry Lasseter den ewigen Ruheplatz eines Aborigines - einen heiligen Platz und für Fremde absolut tabu - entdeckte, wusste er scheinbar nicht, in welche Gefahr er sich begab. Fred Blakeley erkannte, dass sich Lasseter wie ein Neuling im Outback benahm.

Großes erreichen, berühmt werden

Während das Flugzeug in zweieinhalb Stunden zum Basislager flog, quälte sich die Expedition vier elende Wochen durch den unwegsamen Busch. Die kleine "Gypsy Moth" war das erste Flugzeug, das im Outback auf Goldsuche ging. Der Pilot Errol Coote wurde wie der Bote aus einer lange zurück gelassenen Welt begrüßt.


Er brachte Briefe und die Nachricht, dass die Australier sehnsüchtig auf das versprochene Gold warteten. Sogar in Europa hatte man vom neuen Eldorado gehört. Voller Sehnsucht dachte Lasseter an seine Frau Rene und den kleinen Bob. Er wollte, dass sein Sohn Ingenieur wird und schafft, was ihm bisher nicht gelang: großes erreichen, berühmt werden.

Annäherung an die weißen Männer

Die Goldsucher gönnten sich eine wohlverdiente Ruhepause. Klassische Musik erklang im Outback und lockte Neugierige an. Geisterhafte Töne verzauberten die Steinzeitwesen. Sie waren vorsichtig und misstrauisch, denn sie hatten gehört, dass weiße Männer Eingeborene mit Feuerrohren töten. Sie stahlen das heilige Land, das ihnen seit der Schöpfung gehörte.


Auf Aufnahmen aus dem Jahre 1931 sieht man Aborigines, die zum ersten Mal einem Weißen begegneten. Sie fanden den Charleston scheinbar lustig. ein Hut war für sie wie ein Wunder, ein zweiter Kopf, den man abnehmen konnte. Auch konnten sie nicht fassen, dass die Weißen scheinbar unendlich viel zu essen hatten. Während Lasseter sich benahm, als seien die Wilden Menschen von einem anderen Stern, suchte Blakeley die Freundschaft der Eingeborenen.

Warten voller Spannung

Alle Hoffnung ruhte auf der leichten, mit Stoff bespannten Maschine. Mit der Gipsy Moth würde Lasseter seine Mine schon finden. 200 Kilometer weiter im Süden entdeckte Lasseter ein Felsriff, das so aussah wie der Berg der Verheißung. Aber wie sollte man den Buckel auf dem zerklüfteten Landweg wiederfinden? Eigenartig war nur, dass die Gypsy Moth eine Position erreicht hatte, die Hunderte Kilometer vom ursprünglich angepeilten Fundort entfernt war. Konnte man in einem Land voller prominenter Orientierungspunkte so fehl gehen? Im Lager wartete die Mannschaft voller Spannung. Aber was immer Lasseter auch sagen würde: Blakeley verachtete den Glücksjäger als ruhmsüchtigen Scharlatan.

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