"Gottes General"

Cortés als Zerstörer der indianischen Kultur

Kaum aber war die "traurige Nacht" vergangen, fasste Cortés den Entschluss, Tenochtitlan erneut anzugreifen. Er musste die Azteken niederwerfen. Ohne Erfolg konnte er dem König nicht unter die Augen treten.

Am 28. April 1521 startete Cortés von drei Seiten her den erneuten Angriff auf das Aztekenreich. Die Einzelangriffe führten aber nicht zum Ziel, und ein allgemeiner Sturm wurde mit Verlust der Spanier abgeschlagen.

Krieg gegen die Götzen

Erst nach Zerstörung von drei Vierteln der Azteken-Hauptstadt trafen drei Abteilungen der Spanier am 27. Juli 1521 auf dem großen Marktplatz in der Mitte der Stadt zusammen. Am 13. August 1521, fiel Tenochtitlan dann endgültig in die Hand der Spanier, an deren Seite 8000 Tlaxcalteken kämpften . Sie richteten unter den ihnen verhassten Azteken ein fürchterliches Blutbad an. Nie mehr sollten in den Tempeln Menschen geopfert werden. Deshalb ließ Cortés sie zerstören. Cortés sah sich als "Gottes General" und fühlte sich dazu berufen, Krieg gegen die Götzen der Azteken zu führen. Es stürzten aber nicht nur Götzenbilder.






Ein indianisches Gedicht beklagt:

"Weint, meine Freunde, weint:
Das Reich der Azteken ist verloren
Wir haben Blutvergießen und Schmerz gesehen
Wir liegen in Trümmern
Nur Kummer und Leiden bleiben in Mexiko
Wo es einst Schönheit und Mut gab."

Im Besitz Europas



Als "Neuspanien" wird nicht nur Mexiko Kolonie; Stück für Stück wird der amerikanische Kontinent von Europa in Besitz genommen. Damit beginnt eine neue Epoche der Weltgeschichte: das Zeitalter des Kolonialismus. Den spanischen Eroberern folgten katholische Missionare - mit ihnen begann die "geistige Konquista". Die Indianer wurden getauft und auf die Plantagen ihrer neuen Herren geschickt. Die katholischen Missionare waren aber auch die ersten, die den Indianern Menschenrechte zugestanden.

300 Jahre lang blieb Mexiko im Besitz Spaniens. Aus den europäischen Siedlern und den Einheimischen ging das Volk der Mexikaner hervor. Zugleich floss ein unendlicher Strom von Gold und Silber aus Lateinamerika nach Europa.




Transatlantische Großmacht

Die wahren Schätze der neuen Welt entdeckte Europa erst später für sich: Kartoffeln, Mais und die Tomate, aztekisch tomatel.


Durch die Konquista wurde Spanien zur ersten transatlantischen Großmacht, zum ersten Reich, "in dem die Sonne nie unterging". Mit den Kolonialmächten eroberten europäische Werte und der christliche Glaube die Welt. Nach dem 30. Juni 1520 war nichts mehr wie zuvor.


Der spanische König adelte Hernán Cortés zum Marqués del Valle. "Nicht ein Held und auch kein Ritter, nur ein Räuberhauptmann war er", schrieb hingegen Heinrich Heine über ihn. Malinche ließ sich taufen, sie gebar Cortés einen Sohn. Er gilt als erster Mexikaner. Montezuma wurde zum Symbol für den Untergang der so glanzvollen wie finsteren Welt der Azteken.

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