Graben im Batan Grande Komplex

Wissenschaftler auf der Suche nach dem Grab des Naymlap

Die drei Niederlassungen Huaca Chotuna, Tucume und Batan Grande sind die bedeutendsten Eckpfeiler der Lambayeque-Kultur. Grabungen vor Ort sollen nun dazu beitragen dieses Imperium genauer zu erfassen. Doch welche Grabung führt zu Naymlap, dem Dynastiegründer des Goldimperiums?

"Batan Grande"-Pyramiden-Komplex Quelle: ZDF

Besonders versteckt liegt der Batan Grande Komplex - eingebettet in dichte Wälder von Johannesbrot-Bäumen. An der Basis der Goldpyramide "Huaca de Oro" wurden reiche Fürstengräber freigelegt. Batan Grande war zwischen 900 und 1100 nach Christus das Machtzentrum der Lambayeque Kultur. In den Elitegräbern wurde tonnenweise Gold entdeckt. Die archäologische Forschung in Batan Grande ist konzentriert auf die "Huaca Las Ventanas": das "Fenster Heiligtum". Die Mauern werden rekonstruiert. Die Paläste des Goldimperiums von Lambayeque sollen zu Perus zweitem Tourismus-Magneten nach der Inka Festung Machu Picchu werden.

Skelett einer Frau

Von hohem Ansehen

In einem neu entdeckten Grab befindet sich das Skelett einer Frau. Da die Toten übereinander begraben wurden, liegt darunter vermutlich ein weiteres großes Grab. Vielleicht wurde die Frau geopfert, nicht ungewöhnlich in der Lambayeque-Kultur. Im ihrem Mund findet der Archäologe Emilio Diaz ein Goldobjekt, ein Schmuckstück, dass Tempetá genannt wird. Es stammt aus Ecuador oder Kolumbien und wurde vermutlich von einer Frau als Statussymbol getragen. Die Frau muss in ihrer Gemeinschaft von hohem Ansehen gewesen sein. Neben ihrem Kopf befindet sich ein verzierter Krug als Grabbeigabe. Die Spondylus-Muschel in der Hand der Mumie durfte nur von der Elite der Lambayeque verwendet werden. In kultischen Ritualen, zu Ehren ihrer Götter und Ahnen.

Spondylus-Muschel in der Hand einer Mumie Quelle: ZDF

Der japanische Professor Izumi Shimada ist der bedeutendste Erforscher dieses Goldimperiums. Seit 1978 arbeitet er hier. In der Goldpyramide entdeckte er eine Grabkammer mit 1,2 Tonnen Beigaben, meist Gold und Kupfer. Dennoch ist er sich sicher, dass in Batan Grande nicht das Naymlap Grab ist, denn dieses müsste noch reicher ausgestattet sein.


An der Küste von Peru war es schon viel früher Tradition, Monumente in der Form einer Pyramide zu bauen. Schon 3000 vor Christus begann man mit dieser Art von Architektur. So wie in Ägypten oder Mesopotamien. Auch Peru gehört mit zur Wiege der Zivilisation.
Am Fuß der Las Ventanas-Pyramide wird ein weiteres Grab entdeckt. Es liegt sechs Meter unter der Erde. Der gesamte Boden ist mit einer feinen Kupferhaut ausgelegt. Grabungsleiter ist der peruanische Archäologe José Pinilla. Der Tote mit Maske ist ein sensationeller, seltener Fund.

Technik, von der die Inka träumten

Naymlab-Maske Quelle: ZDF

Das Skelett des Toten liegt unter der übergroßen Maske. Wen beschützte sie im Totenreich? Das Fundstück aus vergoldetem Kupfer wird im Labor des Sicán-Museums millimeterweise gereinigt. Vorsichtig wird es aus dem Erdklumpen befreit. Die Maske ist bunt bemalt. Die Lambayeque waren Künstler in der Metallbearbeitung. Immer feiner trieben sie Gold, Kupfer und Silber, bis papierdünne Metallplättchen und sogar Metall-Häute entstanden. Sie waren auch Meister der Gold- und Silber-Legierungen, die sie mit Hilfe von Kupfer-Acetat, also Grünspan, in der sauerstoffarmen Atmosphäre eines Holzkohlenfeuers zusammen schweißten. Eine Technik, von der die Inka nur träumten. Also übernahmen sie die Goldobjekte ihrer Ahnen, das angebliche "Gold der Inka".

Die Lambayeque-Eliten wurden mit kiloweise Gold begraben, mit einem Reinheitsgrad von bis zu 21 Karat. Die Stücke hatten sogar Gelenkverbindungen. Das Metall sollte während der Rituale lauthals klappern. Auch Naymlaps Flügelaugen waren beweglich. Die Masken des Adels wurden mit roter Zinnoberfarbe bemalt. Das berühmte sonnengelbe "Gold der Inka" stammte zu 85 Prozent von den Lambayeque Handwerkern - und es war bunt. Kleine bewegliche Goldplättchen, die wie Rasseln klingen. Die Federkrone aus Gold. Naymlap in allen Größen, nur nicht "in echt".

Grabräuber mit Bulldozern

Zu Füßen der mächtigen Las Ventanas-Pyramide fand man ein besonders tiefes Loch und mehrere Tunnel. Das Werk von Grabräubern, den "huaqueros". Sie setzten sogar Bulldozer ein. Ganz Batan Grande war eine Privathacienda, und wie andere zum Jagen, gingen hier die Patrones auf Schatzsuche. Lastwagenvoll, tonnenweise wurde hier Gold gestohlen.
Lambayeque-Entdecker Hans Brüning fotografierte schon vor 100 Jahren die Grabräuberaktivitäten. Schatzsucher gibt es zu allen Zeiten, wie in den Pyramiden Ägyptens so auch in Peru. Inzwischen ist Brüning zum Inspektor der Huacas ernannt worden. Er ahnt nicht, dass sich der größte Teil der Schätze noch unter der Erde befindet.

Figur mit Vogelaugen Quelle: ZDF

An die hunderttausend Raublöcher hat Professor Shimada erfasst. Die Pyramiden wurden mit Bulldozern förmlich abgetragen. Hunderte von Schneisen hat Shimada gezählt. Auch Bernd Schmelz entdeckt ein frisches Grabungsloch. Die Keramik lassen die huaqueros liegen. Sie interessiert nur der materielle Wert. Doch Schmelz findet eine Figur mit Vogelaugen - das Zeichen Naymlaps. Auch dieser Ort gehörte also zum Lambayeque-Staat. Eine wichtige Spur.
In einem Schuppen hinter dem Brüning-Museum lagern die nicht ausgestellten Stücke der Brüning-Sammlung. Zusammengetragen in 50 Forscher-Jahren. Brüning besaß eine Reihe Keramiken mit genau dieser Figur, die Naymlap repräsentiert - der übers Meer kam und fliegen konnte.

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