Grabkammern mit Aussicht

Jäger verlorener Schätze - Das Geheimnis der Wolkenmenschen

Um die Lage verschollener Städte im unendlichen Urwald aufspüren zu können, muss man die Lage zumindest ungefähr kennen.

So wie Heinrich Schliemann, ist auch Savoy kein Wissenschaftler. Eher ein Autodidakt, der alte Chroniken und Legenden studiert und so nach Hinweisen sucht, die zum Ziel führen könnten.

Geheimnisse ganz oben

Ein Vorauskommando hat Holzbrücken gebaut und den günstigsten Platz für das Basislager erkundet. Auf dem Rücken der Pferde wird lebende Verpflegung transportiert, sie besteht neben ein paar Hähnen vor allem aus gekochten Yuccawurzeln, Kartoffeln und jeder Menge Fertiggerichten.

Polizisten einer Spezialeinheit sollen die Expedition vor möglichen Angriffen der Rebellenorganisation "Leuchtender Pfad" schützen. Sie sollen auch verhindern, dass Fundstücke illegal außer Landes gebracht werden. Einheimische Fährtensucher sollen Ruinen aufspüren, Archäologen Funde fachgerecht begutachten und Bergsteiger zu schwer zugänglichen Stellen klettern. Laut Savoy ist das Geheimnis ganz oben auf den Bergen verborgen.

Grabkammern wie Schwalbennester

Campesinos, landlose Bauern, die in den Urwald vordrangen, hatten von überwucherten Ruinen erzählt. Drei Wochen lang, Tag für Tag, schlagen Macheteros Schneisen durch den Urwald und suchen nach Ruinen. Am Tag ist es im Regenwald feucht und heiß, aber nachts kann es in diesen Höhen bitter kalt werden. Savoy weiß aus Erfahrung, dass man erst einmal zu den Flussläufen vorstoßen muss, denn über den Wassern haben die Chachapoya deutliche Spuren hinterlassen. Savoy entdeckt Grabkammern, die wie Schwalbennester am Berg kleben.

Ein großartiger Fund, denn Mausoleen wurden nur in der Nähe von großen Siedlungen gebaut. Chullpas heißen die Totenhäuser. Zwei Bergsteiger aus dem Expeditions-Team seilen sich zu den Kammern ab. Ohne ihre Kletterkünste wäre eine Erkundung der Chullpas unmöglich. Es ist ein gefährliches Unternehmen, weil Buschwerk die Sicht verstellt, stachlige Kakteen die Kleidung zerreißen, Seile immer wieder über scharfkantigen Fels scheuern und kleine grüne Giftschlangen lauern.

Gefledderte Chullpas

Gräber mit grandioser Aussicht, umgeben von Urwald, der einst dicht besiedelt war. Im Höhlengrab werden Aufnahmen mit einer kleinen Infrarot-Kamera gemacht. Ein gespenstisches Bild: ein aufrecht stehendes Mumienbündel, - ohne die übliche Verkleidung aus Seilen und Holzspanten. Grabräuber, Huaqueros, haben die Chullpa gefleddert, Knochen aus den Hüllen gerissen. Die Forscher dürfen keine Mumie öffnen oder gar mitnehmen. Die Behörden erlauben nur eine Bestandsaufnahme der Funde. Man fragt sich, wie Grabräuber ohne Bergsteiger-Ausrüstung zu den Chullpas gelangen. Die meisten Kammern sind jedenfalls leer geräumt. Kein einziges Mumienbündel. Nur ein paar Keramiktöpfe und Webarbeiten haben die Räuber zurück gelassen.

Schändeten etwa schon die Inka die heiligen Stätten, als sie die Chachapoya 1480 besiegten? Wertvolle Funde, wie etwa eine Kupfernadel, sind selten, sie erinnern an eine offenbar hoch entwickelte Zivilisation.

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