Hagens nächste Intrige

Wie Gunthers Vasall den Nibelungenschatz raubt

Kurz nach dem Tode Siegfrieds beschließt König Sigmund, die Heimreise anzutreten. Er fühlt sich bei den hinterhältigen Burgunden nicht mehr sicher. Seine geliebte Schwiegertochter möchte er unbedingt mitnehmen. Zunächst willigt Kriemhild ein, doch dann überreden sie Gernot, Giselher und Mutter Ute, am Hof zu bleiben. Die Familienbande zählen mehr als der Schmerz über Verrat und Mord an ihrem Angetrauten.

Hagen versenkt den Nibelungenhort Quelle: ZDF

Sigmund kann die Absage kaum ertragen und zieht leidvoll von dannen - der Bruch zwischen den beiden Königreichen ist vollzogen. Vier Jahre lang weint sich Kriemhild die Augen aus. Inzwischen wohnt sie in einem eigens für sie errichteten Domizil unweit des Wormser Doms. Ihre Brüder empfängt sie nicht, nur ihr enger Berater Graf Eckward darf ihr zu Diensten sein. Hagen aber schmiedet schon längst an der nächsten Intrige. Immer wieder drängt er Gunther, seine Schwester zu besänftigen. Nicht, weil er das Zerwürfnis zwischen den Geschwistern befrieden will, sondern weil er plant, den Nibelungenschatz an sich zu reißen.

Die falsche Versöhnung

Er weiß, dass er Siegfrieds einstige "Morgengabe" an Kriemhild nur mit ihrer Unterstützung ins Reich holen kann. Es kostet Überredungskünste, bis die reiche Witwe den Bruder endlich begrüßt. Was wie eine ersehnte Versöhnung erscheint, ist in Wahrheit eine perfide Inszenierung, wie der Dichter sogleich verrät: "Nie ward eine Sühne nach so viel Tränen eh in Falschheit geleistet. Nicht endete ihr Weh. Doch verzieh sie allen bis auf dem einen Mann. Niemand hätt' ihn erschlagen, hätt' es Hagen nicht getan."

kriemhild und der Nibelungenhort Quelle: ZDF

Schon bald scheint der Plan aufzugehen: Kriemhild stimmt zu, und die beiden jüngeren Brüder Giselher und Gernot reiten mit 1200 Mann ins Reich der Nibelungen - zu dem namenlosen Berg mit dem sagenhaften Schatz, den Zwerg Alberich als Reichskämmerer hütet. Der Kleinwüchsige spricht nicht gut über Siegfrieds Herrschaft und bedauert noch einmal den Verlust der Tarnkappe. Dann übergibt er den unermesslichen Hort aus Gold und Edelsteinen sowie eine goldene Wünschelrute den Fremden.

Der Hort wird versenkt

Der Tresor füllt Kriemhilds Kammern und Türme bis zur Decke. Doch ihr Herz empfindet nur dann Freude, wenn sie die Bedürftigen im Land reichlich beschenkt. Und sie gibt Siegfrieds Schatz mit vollen Händen aus. Ein weiteres Mal überlistet Hagen die verzweifelte Frau. Erst schlägt er Gunther vor, sie entmündigen zu lassen. Als er sich weigert, nimmt er ihr den Hort einfach weg. Gunther sieht dabei tatenlos zu, ebenso Giselher und Gernot. Skrupellos bringt Hagen Gold und Silber an sich und versenkt den Schatz "zu Lochheim allen in den Rhein. Er dacht ihn selbst zu nützen; doch das konnte nimmer sein."

Hagen versenkt den Nibelungenhort Quelle: ZDF

Der Dieb kommt auch dieses Mal ungeschoren davon. Denn der rückgratlose Herrscher tut so, als sei nichts geschehen. Aller Dinge beraubt, die ihr wert sind, verschlimmert sich Kriemhilds Leid. Im zwölften Jahr steht es so arg um sie, dass ihre Mutter Ute sie einlädt, zu ihr nach Lorsch zu ziehen. Sie lebt dort in einem geräumigen Haus nahe des Klosters, das Kriemhild gestiftet hat. Auch Siegfrieds Leichnam wird in der Fürstabtei Lorsch überführt. Plötzlich trifft eine Botschaft aus der Ferne ein und verheißt neue Möglichkeiten. (Aventüren 17-19)

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