Handel am Stadthafen

Riesiger Umschlagplatz

Nicht weit vom Monte Testaccio lag einst der Stadthafen Roms mit seinen riesigen Lagerhallen. Der eigentliche Seehafen - Ostia war 30 Kilometer entfernt. Von dort wurden die Waren auf dem Tiber in die Stadt transportiert.

Noch heute sind einige der Lagerhallen aus der Kaiserzeit erhalten. Sie waren Teil eines ehemals riesigen Warenumschlagplatzes, über den die Stadt mit allen erdenklichen Gütern versorgt wurde.

Ketchup der Antike

Einige der Hallen sehen aus, als seien sie soeben erst verlassen worden. In den Gewölben lagerten die Großhändler Getreide, Öl und Wein. Aus Spanien kam auch das begehrte Garum, eine vergorene und für heutige Nasen stinkende Fischsoße, die bei vielen römischen Gerichten als Würze diente - der Ketchup der Antike. Arbeiter füllten die Delikatesse in kleinere Verkaufsgefäße für den Einzelhandel um.

Aussichtsloser Kampf

Doch wo der Handel floriert und viel Geld die Hände wechselt, da blühen auch Betrug, Schmuggel und Unterschlagung. Buchhaltungen wurden manipuliert und Dokumente gefälscht. Die Herkunft der Waren war nicht immer klar. Doch unzufriedene Sklaven der Händler arbeiteten nicht selten als Spitzel und Informanten für die Beamten der Polizei.


Nicht alle Kriminellen werden bestraft. Die Stadt ist groß und unübersichtlich. Verwinkelte Gassen und wuchernde Wohnviertel bieten flüchtigen Gaunern unzählige Verstecke. Nur 3000 Polizisten treten den aussichtslosen Kampf gegen das Verbrechen an. Viel zu wenige, um Sicherheit und Ordnung der Millionenstadt zu garantieren.

Was die Beamten auf Wachstafeln und Papyri festhielten, ist längst geschmolzen oder zu Staub zerfallen. Doch auf den Tonscherben des Monte Testaccio haben sich wertvolle Informationen über das Wirtschaftssystem erhalten.

Weit verzweigtes Verkehrsnetz

Rom war mächtig, und doch wäre die Hauptstadt ohne die Tributzahlungen aus den Provinzen verhungert. Ein weit verzweigtes Verkehrsnetz aus Straßen und Schifffahrtslinien verband selbst die entlegendsten Regionen des Reiches mit dem Zentrum. Rom konnte nur überleben, wenn der Warenstrom ununterbrochen floss und sämtliche Güter ihr Ziel auch erreichten. Das erklärt, warum der Transport jeder einzelnen Lieferung so akribisch überwacht wurde.

Mit den Handelsschiffen kamen immer mehr Menschen in die Metropole. Sehr wahrscheinlich wurden Häfen bereits in der Antike streng kontrolliert, um Kriminelle fern zu halten. Allerdings war eine Seefahrt im 2. Jahrhundert nach Christus keine ungefährliche Angelegenheit, wie ein sensationeller Fund in Pisa zeigt.

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