Hape Kerkeling auf terra incognita

Ein ambitionierter Laie auf dem Weg durch die Epochen

Ende der 60er Jahre gab es die amerikanische Serie "Time Tunnel", in der zwei Wissenschaftler in eine Zeitspirale flogen und in die Vergangenheit gesaugt wurden. Dort mussten sie spannende Abenteuer bestehen bei Ritterturnieren oder in der Französischen Revolution, wir Jugendliche kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Zeitreisen sind ein ewiger Menschheitstraum, manche Wissenschaftler behaupten, mittels der "Teleportation" könnten eines Tages Menschen in die Vergangenheit transportiert werden.

Hape Kerkeling vor ägyptischer Pyramide
Hape Kerkeling vor ägyptischer Pyramide Quelle: ZDF/Chr. v. Boehm

Auf gewisse Weise ist "Terra X" eine solche Zeitmaschine, die den Zuschauer in fremde Welten und ferne Zeiten entführt. Für ausgewählte Ziele engagieren wir bisweilen charismatische Reiseführer wie Maximilian Schell, Thomas Reiter oder Frank Schätzing. Oder jetzt Hape Kerkeling, der ein bekennender "Terra X"-Fan und damit unser idealer Verbündeter ist. Er findet, dass ihm seine Schullehrer bei all ihren Bemühungen nicht vollends hätten klarmachen können, warum Geschichte und Erdkunde so wichtig sind und was sie mit seinem eigenen Leben zu tun haben. "Terra X" hingegen könne das, also wurde er schwach und reiste für uns los, hinaus in die Welt und deren Geschichte.

Von der Antike in die Neuzeit

Gero v. Boehm und Hape Kerkeling vor der Akropolis
Gero v. Boehm und Hape Kerkeling vor der Akropolis Quelle: ZDF/Chr. v. Boehm

Hape Kerkeling über den Reiz der Reisen: Mich hat beeindruckt, dass der Vielumworbene und Hochbeschäftigte über 100, mitunter beschwerliche Tage für uns auf Reisen war. Denn die weltweiten Ziele und die dokumentarische Arbeit waren für Hape Kerkeling auch "terra incognita". Dazu kamen ein übersichtlicher Reisekomfort und enger Zeitplan. Partner auf seiner Reise durch Zeit und Raum war Autor und Regisseur Gero von Boehm. Dem Vernehmen nach muss es eine sehr angenehme Zusammenarbeit gewesen sein, die beiden sind gute Freunde geworden. Wenn Hape Kerkeling jetzt sagt, das Ganze sei eher eine Studienreise und gar keine richtige Arbeit gewesen, sollte man seine Höflichkeit und Begeisterungsfähigkeit im Hinterkopf haben.

Die sechs Filme nun nehmen die Zuschauer mit zu Weltereignissen, die die Menschen schon immer fasziniert haben. 32 Orte haben sie besucht: die Pyramiden in Ägypten, die Azteken-Stadt Teotihuacan in Mexiko, die Große Mauer in China, die Akropolis, die russischen Zarenpaläste, den Londoner Tower, die Schlachtfelder von Verdun und gar das Schlafgemach von Ludwig XIV. Wir versuchen uns auf die großen Quantensprünge und Zeitenwenden in der Geschichte der Menschheit zu konzentrieren: die großen Kulturen der Antike, das Abenteuer Mittelalter, die Entdeckung der Kontinente, das Entstehen der Weltreiche bis zu den großen Verwerfungen im 20. Jahrhundert.

Unnachahmliche Präsentation

Hape Kerkeling als Qin Shi Huang Di - TrailerKerkelings Moderationen ordnen ein und verbinden die Epochen miteinander. Er erschließt sich die großen, bahnbrechenden Ereignisse auf seine ganz eigene Art - mit Neugier, scharfem Verstand und viel Humor. So schlüpft er für kurze, überraschende Momente in historische Rollen: Er ist Alexander der Große, Kleopatra, Ludwig XIV., Katharina die Große, der Erste Kaiser von China und Michail Gorbatschow. Dabei gelingt es ihm, den Zuschauer zum Mitdenken anzuregen, indem er sich im Augenblick der Entdeckung auf dieselbe Stufe stellt. Er ist nicht Historiker, sondern passionierter Laie. Der Moderator und sein Publikum staunen beide über die sagenhaften Schauplätze und geschichtsmächtigen Geschehnisse, ohne ein schlechtes Gewissen haben zu müssen, weil man 5000 Jahre Kulturgeschichte nicht lückenlos repetieren kann.

Wer seine Zeit verstehen und sich der Zukunft nicht wehrlos ausliefern will, muss wissen, woher er kommt, und woher die anderen kommen. Geschichte liegt nicht tot und abgestorben hinter uns, sondern es gab ein Leben vor uns. "Terra X: Unterwegs in der Weltgeschichte - mit Hape Kerkeling" soll eine ebenso unterhaltsame wie informationsreiche Geschichtsreihe sein. Natürlich spielt Hape Kerkeling die Hauptrolle, prägt er die Reihe mit erkennbarem Amüsement, lässt aber nie Zweifel daran aufkommen, dass ihm die Arbeit für "Terra X" ein wichtiges Anliegen ist. Eine meiner Lieblingsszenen ist seine Moderation zum Opferinferno des 30-jährigen Krieges, ohne Pathos und doch unter die Haut gehend - so kennt man Hape Kerkeling bisher nicht. Der Sechsteiler soll kein schenkelklopfendes Humorformat sein, so war er nie gemeint. Sondern hier führt einer gekonnt durch die Weltgeschichte und man hört ihm zu, weil seine unnachahmliche Präsentation alter Stoffe diese in ein neues Licht taucht.

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