Heilige Liga

Bündnis der christlichen Staaten gegen das Osmanische Reich

Der polnische König Jan Sobieski gibt in Absprache mit dem Feldherrn der Habsburger, Karl von Lothringen, ein eindeutiges Signal zum Angriff noch am selben Tag. Ein Zeichen der Hoffnung für Wien. Das Ersatzheer der Verbündeten steht endlich bereit. Mit vereinten Kräften soll der Belagerungsring um Wien gesprengt werden.

In der Feldherrenhalle in Wien ist der Generalstab der Heiligen Liga versammelt: Aus dem Deutschen Reich haben sich die Kurfürsten von Sachsen und Bayern dem Bündnis angeschlossen.

Geniale Idee Karls von Lothringen

Auch Herrmann von Baden beteiligt sich am Feldzug gegen die Osmanen. Aber Kaiser Leopold I. hält sich fern von Wien: Er hat Karl von Lothringen zum Feldherrn der Habsburger gemacht. Dieser kam auf die geniale Idee, die Türken von den Wiener Höhen aus anzugreifen. Aber nicht er erhält den Oberbefehl, sondern der polnische König Jan Sobieski.




Schon im Frühjahr 1683 hatte Österreich ein Bündnis mit Polen geschlossen. Als die Türken vor Wien stehen, ist der Bündnisfall eingetreten. Nicht nur Baden, Bayern und Sachsen treten der Heiligen Liga bei, auch Venedig und der Papst unterstützen die christliche Allianz. Nur Frankreich nicht: Ludwig XIV. hofft auf eine Schwächung der Habsburger. Papst Innozenz XI. sorgte für die Finanzierung des christlichen Feldzuges.

Zweifrontenkampf


(03:30 Uhr) Das Signalfeuer auf dem Kahlen Berg ist den Wienern eine Hoffnung, den Türken eine Warnung. Sie müssen jetzt an zwei Fronten kämpfen: in den Gräben vor Wien und gegen die Truppen der Heiligen Liga in ihrem Rücken. Der 12. September ist der Tag der Entscheidung, auch für Kara Mustafa.


Noch in der Nacht des 12. September zieht Kara Mustafa seine Janitscharen aus den Laufgräben vor Wien ab. Doch nicht alle. Seine Berater widersprechen: Er solle die gesamte Elitetruppe dem alliierten Heer entgegen werfen, er solle die Streitkräfte konzentrieren. Doch der Großwesir will die Entscheidung nicht in offener Feldschlacht, sondern im Kampf an der Bresche: Und hält daher den Großteil der Janitscharen für den Sturm auf Wien bereit. Ihnen wurde von Kindheit an militärische Disziplin eingedrillt.

Vorbereitungen zur Schlacht


Michaelowitz-Bericht (04:45 Uhr): "Nachdem ich den Hilferuf überbracht hatte, begann das Heer mit den Vorbereitungen zur Schlacht. Aber die polnischen Kontingente hatten immer noch nicht ihre Stellungen erreicht. Trotzdem machte Sobieski den Heerführern Mut."



Der polnische König Jan Sobieski an seine polnischen Truppen, 12.9.1683: "Meine Generäle: Heute stoßen wir bis zum Lager der Türken vor. Und morgen werden wir die Entscheidung suchen. Wir werden die Türken überraschen. Sie haben sich nicht in unsere Richtung verschanzt. Wir werden also kaum auf konzentrierte Kräfte stoßen. Und da ich Ihre Tapferkeit kenne, bin ich guten Mutes. Meine Herren, erwarten Sie keine weiteren Befehle von mir. Gott wird uns führen. Wir sollten ihn gemeinsam um seinen Beistand bitten."

"Heiliger Krieg"


(05:30 Uhr) Die plötzliche Nachricht vom ersten Angriff der Türken beschleunigt alles, doch am Morgen des 12. September stehen erst zwei Heeresflügel gegen die Osmanen und ihre vorgeschobenen Bataillone am Kahlen Berg. Ehe Jan Sobieski in die Schlacht geht, lässt der tief gläubige polnische König früh morgens noch eine Feldmesse auf dem Kahlen Berg lesen. Auch die Allianz führt einen "Heiligen Krieg": "Nicht für König und Kaiser, für Gott gehen wir in die Schlacht", hatte Sobieski am Morgen seinen Truppen verkündet.


Karl von Lothringen ist zum Kampf gegen die Türken entschlossen. Mit seinen Einheiten will er den Kampf eröffnen, auch ohne die Polen. Mit nur wenigen Infanteristen stürmen die Kaiserlichen gegen die vorderen türkischen Linien. Im ersten Treffen gelingt es den Kaiserlichen unter Karl von Lothringen, die vorgeschobenen Einheiten der Türken bis auf ihre Hauptkampflinie zurückzudrängen. Doch dort steht ihnen das überlegene Heer der Osmanen gegenüber.

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