Heiligtum der Chachapoya

Jäger verlorener Schätze - Das Geheimnis der Wolkenmenschen

1965 entdeckte der junge Savoy im Urwald die erste Ruinenstadt der Chachapoya, Gran Pajatén. Eine wissenschaftliche Sensation, die Schlagzeilen in der ganzen Welt machte.

Immer wieder ragen steinerne Köpfe aus den Wänden. Bis heute weiß man nicht, ob sie verehrte Herrscher oder gar Gottheiten darstellen. Auffällig sind die vielen Ornamente, umlaufende Friese im Zickzackmuster. Ähnliche Verzierungen hat Savoy auch in Mittelamerika gesehen. Der Urwald verschluckte die Geschichte eines ganzen Volkes.

Zentrales Heiligtum

Die Bauweise hat nichts mit der rechteckigen Architektur der Inka gemein. Rhombische Rauten sind ihnen fremd. Bei den Chachapoya sind alle Wände und die Häuser rund, die in Terrassen den Berg ansteigen.

Die Kultur der Wolkenmenschen ist älter als die der Inka. Als Savoy 1965 Gran Pajatén entdeckte, wusste er noch nicht, dass der Ort einst an der Südgrenze des Chachapoya-Reiches lag. Pajatén war eine der sieben weißen Städte, von der Inka-Legenden berichten. In Pajatén legte Savoy eine weitläufige Steingalerie frei.

Die plastischen Ornamente sind einmalig in Südamerika. Der Kondor, der größte Vogel Amerikas, galt auch bei den Inka als Bote der heiligen Sonne und Symbol des Lichts. Seltsame Wesen mit Ringelohren ragen aus einer Tempelwand. Aus einigen Köpfen wachsen Flügel, andere tragen Strahlen-Kronen. Der Sonnengott der Inka, Inti, war wohl unter anderem Namen auch den Chachapoya heilig. Archäologen glauben, dass Gran Pajatén das zentrale Heiligtum der Chachapoya war.

Labyrinth von Treppen

Vincente Durango ist seit vielen Jahren Savoys einheimischer Kontaktmann und Führer. Für Durango ein gut bezahlter Job. Bei seinen Exkursionen hat er eine terrassenförmig angelegte Siedlung entdeckt. Auf dem Weg zu einer Dschungelstadt müssen viele Hundert Höhenmeter bewältigt werden. Man muss schon genau hinschauen, um zu erkennen, dass der Pfad an immer neuen, runden Mauern entlang führt: Reste der Fundamente von Stadtmauern, Wachtürmen und Wohnhäusern, Tempeln und Versammlungsplätzen. Einst führte ein Labyrinth von Treppen zu den steilen Terrassenanlagen. Seit Wochen schon sind hier Ausgräber am Werk. Savoy hat ihnen den Weg zu den verschollenen Städten gezeigt.

Steinerne Beweise

Archäologen wie der peruanische Professor Alberto Bueno übernehmen die wissenschaftliche Bestandsaufnahme von Savoys Entdeckungen. Sein Kollege, Professor Cornejo, hat einen steinernen Beweis gefunden. Solche Köpfe hat Savoy schon in Gran Pajatén gesehen. Es handelt sich hier tatsächlich um eine Chachapoya-Siedlung.

Wie sich später heraus stellt, ist es Caharmarcilla, eine der Städte, die der Inka-König Tupac Yupanqui 1480 erobert hat. Bisher weiß man nur, dass die Chachapoya vor etwa zwölfhundert Jahren aus dem Nebel der Geschichte auftauchten und allmählich ein kleines Anden-Reich eroberten. Die Inka verschleppten die Chachapoya in die Sklaverei. Die Wolkenmenschen verschwanden aus der Geschichte. Heute wachsen Urwaldriesen aus den Ruinen.

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