Held aus dem Norden

Schwedenkönig Gustav Adolf tritt auf den Plan

Gut gerüstet und als Befreier mit offenen Armen empfangen, beginnt der Gustav Adolf seinen Siegeszug durch Deutschland. Man feiert den charismatischen und ehrgeizigen Skandinavier als Rächer für die "geschändete Jungfrau Magdeburg" .

Die Propaganda verherrlicht ihn als "Löwen aus Mitternacht". Mit seinem Schwert tritt er dem Drachen entgegen, dem Ungeheuer des Katholizismus.

Protestantischer Glaubenskämpfer

Der Held aus dem Norden ließ sich als Mann mit göttlichem Antrieb und wikingerhaftem Tatendrang darstellen. Ein ganzer Stab soll hinter der Image-Kampagne des Königs gestanden haben. Sie macht ihn zum ersten Superstar der Mediengeschichte. "Sie empfangen ihn wie den Messias", soll der entlassene Wallenstein über die Ankunft des Königs gesagt haben. Wer war dieser protestantische Glaubenskämpfer aus dem Norden?

In der Leibrüstkammer im Schloss von Stockholm ist die Erinnerung an den König bis heute lebendig. Sein letzter Besitz wird hier wie ein nationales Heiligtum aufbewahrt. Die blutbefleckten Tücher und Hemden zählen zu den ältesten Textilien der Welt, die vom Tod eines Königs erzählen. Nur einmal hat man sie den Vitrinen entnommen, um sein Ende zu erhellen.


In einer prächtigen Rüstung kämpfte der Herrscher auf Ritterturnieren. Er war ein Mann, der sich grandios zu inszenieren wusste. Auf einem Ball in Augsburg trug der charismatische Schwede einen Spitzenkragen. Er soll so temperamentvoll mit einer Bürgerstochter getanzt haben, dass sie ihm die kostbare Bordüre zerriss.

Sprung über das Meer

Als Lichtgestalt betritt er die Bühne des Krieges - sein gefährlichster Gegner sollte der düstere Feldherr Albrecht von Wallenstein werden. Wird der Kaiser den entlassenen Generalissimus für den Kampf gegen die schwedische Streitmacht zurückholen? Als Herzog von Mecklenburg reicht Wallensteins Schatten bis nach Skandinavien - eine Provokation für Gustav Adolf. Als der Löwe zum Sprung über das Meer ansetzt, treiben ihn handfeste Machtinteressen. Er ahnt nicht, dass der Kaiser sich ausgerechnet im Augenblick seiner Landung von Wallenstein trennt. Keine Stunde hätte für die Eroberungspläne des frommen Wikingers günstiger sein können. Für die Invasion vom Meer rüstete sich der Schwede mit tonnenschweren Geschützen.

Nach seiner Landung auf Usedom 1630 sucht Gustav Adolf zunächst Verbündete im protestantischen Norden. Nach dem Fall von Magdeburg beginnt sein legendärer Siegeszug durch ganz Deutschland. Der Kriegerkönig erweist sich als kluger Stratege. Seine Innovation sind leichte, bewegliche Kanonen und flexible Einheiten auf den Schlachtfeldern. Bei Breitenfeld erringt er im September 1631 den ersten Sieg über die kaiserlich-katholische Armee. Die Menschen verklären ihn als Kreuzritter der Protestantismus. Schlagartig setzt er den Rekatholisierungsplänen des Kaisers ein Ende.

Wallensteins Poker

Wie reagiert der abgesetzte Wallenstein angesichts der schwedischen Erfolge? Von Heeressabotage ist die Rede, als er den ausgehungerten Truppen des Kaisers Getreide aus seinen Ländereien verweigert. Der Feldherr eröffnet den Poker um die Macht. Ohne ihn ist der Kaiser verloren. Nur er kann dem Helden aus Mitternacht den Zauber rauben und ihn aus dem Reich jagen.

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