Helfer in der Höhe

Andenkamele sind an ihren Lebensraum gut angepasst

Dokumentation | Terra X - Helfer in der Höhe

Dirk Steffens spricht mit einem Wissenschaftler über die besonderen Herausforderungen der Alpakazucht in den Andenhochtälern.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 27.04.2017, 14:04

Lamas, Vikunjas, Alpakas, Guanakos: Alle vier Arten sind miteinander verwandt, alle vier trotzen seit Urzeiten den harten Bedingungen auf den kargen Hochebenen der Anden. Sie haben sich meisterlich an ein Leben in 3000 bis 4000 Meter über dem Meeresspiegel angepasst - und es den Menschen erst ermöglicht, das Hochgebirge der Anden zu besiedeln.

Vikunjas gehören zur Familie der Kamele. Ihre Verwandten leben in den Wüsten Afrikas und Asiens. Über die Landbrücken, die Nordamerika und Asien einst verbanden, waren sie in die Neue Welt eingewandert. Auf ihrem Weg über den Kontinent gelangten sie sogar bis in den äußersten Süden, nach Feuerland.

Anpassung an neue Lebensräume

Bedingt durch die Anpassung an die neuen Lebensräume entwickelten sich verschiedene Arten. Neben den Wildformen Vikunja und Guanako zählen auch die domestizierten Formen Alpaka und Lama zu den Andenkamelen. Das Fell der Vikunjas ist sehr fein und dicht, es wirkt wie eine Isolierschicht gegen Kälte. Damit sind die Tiere für die extremen Bedingungen auf dem Altiplano, dem südperuanischen Hochland gewappnet: Nicht nur eisigen Temperaturen, auch der Trockenheit gilt es zu trotzen.

Im Gegensatz zu ihren Verwandten in der Wüste müssen die Andenkamele täglich trinken. Doch die einzigen stehenden Gewässer in den Hochtälern sind abflusslose Becken, in denen sich die Mineralien aus den Gebirgsflüssen abgelagert haben. Durch Verdunstung hat sich ihr Salzgehalt konzentriert. Wasser aus diesen Salzseen wäre Gift für die Andenkamele.

Spezialisiert auf Höhenluft

Vikunjas decken ihren Flüssigkeitsbedarf auf andere Weise: Aus dem Amazonasbecken steigt feuchtwarme Luft bis zu den Gipfeln auf. An den Berghängen kühlt sie ab und kondensiert zu Wolken und Nebel. Die Feuchtigkeit bildet Wassertropfen an Pflanzen und sammelt sich in Bächen. Solche Wasserstellen werden regelmäßig von Vikunjas aufgesucht. Sie lecken auch den Tau von den Gräsern, bevor die Sonne die Ebene trocknet.

Die Tiere sind selbst in der dünnen Höhenluft zu erstaunlichen Leistungen fähig. Scheinbar mühelos können sie über längere Zeit eine Geschwindigkeit von rund 50 Stundenkilometern durchhalten. Das liegt an ihrer Anatomie, die einige Besonderheiten aufweist, um den Körper ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen. So sind das Herz und die Lunge eines Vikunjas doppelt so groß wie die eines Hirsches aus dem Flachland.

Haustiere der Inkas

Vikunja-Herz und Hirsch-Herz im Vergleich
Das Herz des Vikunjas ist doppelt so groß wie das des Hirschen. Quelle: ZDF

Alpakas wurden schon um 3000 vor Christus von den einheimischen Indios domestiziert. Sie zählen damit zu den ältesten Nutztieren überhaupt und haben die Besiedlung des Hochgebirges der Anden erst möglich gemacht. Damals wie heute nutzen die Menschen fast alles, was ihnen die kleinen Andenkamele bieten: die Wolle, die Tragkraft, das Fleisch und sogar den Dung als Brennmaterial.

Die Fasern ihrer Wolle sind feiner als Menschenhaar. In ihnen befinden sich Luftkammern, daher funktioniert Alpakawolle ähnlich wie eine Klimaanlage: Bei Kälte, Regen und Schnee hält sie schön warm, und wenn die Sonne scheint, kühlt sie. Im Inkareich hatten Alpakas und Lamas auch spirituelle Bedeutung und wurden gelegentlich bei religiösen Zeremonien geopfert. Inzwischen beschäftigt sich die Wissenschaft mit den Helfern in der Höhe und entwickelt moderne Methoden wie künstliche Befruchtung, die bei der Alpakazucht eingesetzt werden.

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