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Herr der Himmelsscheibe

Der Jahrtausendfund von Nebra

Der sensationelle Fund der Himmelsscheibe von Nebra gibt der Wissenschaft bis heute Rätsel auf. Was hat es mit diesem 2,3 Kilogramm schweren, bronzenen Jahrtausendfund auf sich?

Beitragslänge:
43 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 22.08.2020

"Terra X" will das Geheimnis der Himmelsscheibe enträtseln und hat den aktuellen Forschungsstand in einem spannenden Wissenschaftskrimi aufgearbeitet. Über mehrere Jahre hinweg hat ein internationales Forscherteam mit modernsten Methoden intensiv geforscht.

Erst durch Prof. Meller gelangte die Himmelsscheibe 2002 überhaupt wieder in den Besitz des Landes Sachsen-Anhalt. Zuvor war sie in einer beispiellosen Odyssee durch die Hände von Raubgräbern und Hehlern gegangen, bevor Meller sie mit Hilfe von Interpol in Zürich bei einem spektakulären Zugriff für die Wissenschaft zurückgewinnen konnte.

Mit ausgefeilten Forschungsmethoden konnten der Scheibe bereits einige spannende Befunde entlockt werden. Mit Hilfe eines Birkenholzrestes am Schwertgriff des Beifundes wurde das Vergraben der Scheibe auf circa 1600 vor Christus datiert. Chemiker fanden heraus, dass das Kupfer der Bronzelegierung aus den Alpen stammt - genauer, aus Mühlbach am Hochkönig in Österreich.

Das Fernsehteam konnte in dem prähistorischen Kupferbergwerk atemberaubende Aufnahmen machen und den Abbau und die Verarbeitung des Metalls detailgetreu nachstellen.

Neben den Echtheitsanalysen standen für die Forscher weitere Rätsel im Raum. Wer hat die Scheibe gefertigt? Und warum wurde sie gegossen? Welche Bedeutung haben die goldenen Sterne, der Vollmond, der Sichelmond, die Horizontbögen und der verzierte Bogen, der aussieht wie eine Barke? Bilden sie einfach nur Naturbeobachtungen ab oder vermitteln sie ein System, das bereits in der Vorgeschichte das Zusammenspiel von Himmel und Erde erklärt?

Der Astronom Rahlf Hansen vom Planetarium Hamburg machte eine faszinierende Entdeckung. Aufgrund der Auswertung babylonischer Schriften in dem Piktogramm der Scheibe erkennt er eine Schaltregel, eine Synchronisation von Mond- und Sonnenkalender. Doch wer konnte vor rund 4000 Jahren bereits eine solche geniale naturwissenschaftlich-mathematische Leistung erbringen?

Welche Rolle spielten dabei die großen Bronzezeitfürsten, wie der Fürst von Leubingen, der in unmittelbarer Nähe zur Zeit der Himmelsscheibe herrschte?

Rätselhaft ist auch, dass die Scheibe offenbar nicht in einem Guss erstellt wurde. So befinden sich gleich drei verschiedene Goldchargen auf der Oberfläche. Offenbar wurde sie in mehreren Schritten überarbeitet und immer wieder von unterschiedlichen Herrschern in ihrer Bedeutung umgewidmet.

Immer deutlicher wird auch, dass die Zeit der Himmelsscheibe bereits ein intensives Netz von europäischen Handelswegen kannte. Über diese Straßen gelangten in einer Art prähistorischen EU wohl auch das Gold und das Zinn nach Nebra. Jetzt zeigt sich eine deutliche Spur, woher diese Metalle gekommen sein könnten.

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