Hierarchie und Gehorsam

Konfuzius' Werke und seine Auswirkungen auf das Kaiserreich

Die tragende Säule des chinesischen Kaisertums waren die Beamten, ausgebildet nach den Lehren des chinesischen Philosophen Konfuzius, die das private und öffentliche Leben bis ins kleinste Detail regelten. Über 2000 Jahre lang war das buchstabengetreue Zitieren und Deuten seiner Werke wichtigster Bestandteil der Beamtenprüfung.

Beamte verneigen sich vor dem Kaiser

Konfuzius (479-551 v. Chr.) soll es gewesen sein, der in seiner Eigenschaft als Justizminister des Lehnstaates Lu im heutigen Shandong die "Frühlings- und Herbstannalen " (Chunqiu) redigierte, die der ersten Hälfte der Ostzhou-Zeit ihren Namen gaben.

Ideale der Frühzeit

Es heißt, das äußerst trockene und knappe Werk, das die Jahre 722 bis 479 umfasst, drücke implizit Lob und Tadel des großen Philosophen aus. Konfuzius war ein Denker, der an die alten Ideale der Frühzeit der Zhou anknüpfen wollte und für den die rechte Form (li) das Fundament einer hierarchisch geordneten Gesellschaft darstellte, deren Bewahrer der Edle (junzi) sein sollte. Tugenden wie Bildungsstreben, Aufrichtigkeit, Loyalität und Kindespietät, werden mit seinem Namen assoziiert. Seine Schüler überlieferten sein Denken in kurzen Episoden, den "Gesprächen" (Lunyu).

Mengzi und Xunzi gelten ebenfalls als Konfuzianer. Sie gehören jedoch bereits zu den Denkern der hundert philosophischen Schulen der Zeit der Streitenden Reiche gegen Ende der Zhou-Herrschaft. In ihren Überzeugungen bildeten Mengzi und Xunzi ein Gegensatzpaar. Während Mengzi die Natur des Menschen für gut hielt und der Ansicht war, dies müsse durch Erziehung bewahrt werden, schätzte Xunzi die menschliche Natur negativ ein. Für ihn war es Aufgabe der Erziehung, das unkontrollierte und damit schädliche Ausleben der Emotionen zu unterbinden.

Moralisches Handeln

Eine geordnete Gesellschaft beruhte nach Xunzi auf dem moralischen Handeln des Einzelnen. Nicht der Himmel oder eine andere Instanz gibt das Handeln vor. Der Mensch selber muss durch Lernen und durch die Orientierung an Vorbildern in die Lage versetzt werden, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Der Musik maß Xunzi eine große Kraft zu, den Menschen positiv oder auch negativ zu beeinflussen.

Viele Machthaber der chinesischen Geschichte erkannten später, dass im Konfuzianismus und seinem klaren Bekenntnis zur Hierarchie und zum Gehorsam ein wirkungsvolles Mittel lag, die Untergebenen fest an den Staat zu binden. Sie förderten Tempel, in denen Beamte ihre Aufwartung zu machen hatten, und konfuzianische Texte bildeten den Grundkanon der Beamtenprüfungen. Der Konfuziuskult späterer Jahrhunderte erklärt sich somit als die Etablierung einer Staatsideologie, die alle Beamten im Reich an den Herrscher binden und auf einheitliche Werte einschwören sollte.

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