Hilfe aus dem All

Mit russischen Satellitenaufnahmen auf der Suche nach Metallverstecken

Wenn es eine Idealvorstellung von einer Schatzinsel gibt, dann kommt Kokos ihr sehr nahe. Seit einigen Jahren schon ist es strikt verboten, die Insel außerhalb eines kleinen Bereiches zu betreten. Die Natur bleibt vollkommen sich selbst überlassen. Durchaus denkbar, dass sich im Dschungel trotz aller früheren Expeditionen bis zum heutigen Tag tatsächlich ein Schatz verbirgt.

Der erste Anflugpunkt des Ultra-Light-Flugzeugs liegt direkt an der schroffen Nordküste ist Punta Pacheco. Diese Stelle liegt außerhalb des genehmigten Bereiches. Der Historiker Arias ist im Besitz von russischen Satellitenbildern, die angeblich Metallvorkommen sichtbar machen können. Da es keine natürlichen Lagerstätten gibt, ist seine Vermutung, dass das Gold am Punta Pacheco liegt.

Lebhafte Diskussion


Die Satellitenbilder sind äußerst umstritten. In Costa Rica ist eine lebhafte Diskussion darüber entbrannt, wie aussagekräftig diese Bilder sind. Zudem will sie niemand in Auftrag gegeben haben. Regierung und Nationalparkverwaltung von Costa Rica unterstützen die Forschungsexpedition von Arias nur sehr zögerlich. Offenbar soll vermieden werden, dass weitere Schatzjäger die geschützte Insel heimsuchen.

Den Nutzen der Reise sieht die Regierung vor allem in den Vermessungsarbeiten von Hugo Chavez und Willi Rodriguez, die ebenso wie Arias für das Kulturministerium des Landes arbeiten. Sie kartographieren die zahlreichen Felsinschriften und geheimnisvollen Zeichen, die an einigen Stellen zu finden sind. Eine Arbeit, die bald schon hinfällig sein könnte, denn das Eiland liegt auf einer höchst aktiven tektonischen Platte. Aus geologischer Sicht schiebt sich die Kokosplatte mit atemberaubendem Tempo unter die karibische Erdplatte - sieben Zentimeter pro Jahr. Erdbeben sind die Folge - im Extremfall sogar ein Tsunami.

Rätselhafte Zeichen

Erdbeben könnten auch der Grund dafür sein, dass sich im Lauf der Jahrhunderte sowohl die Lage eines versteckten Schatzes als auch die Positionen der dazugehörigen Markierungen verändert haben. Steven Weston führt die Regierungsbeamten zu einem dieser rätselhaften Zeichen. Das so genannte K-Sign: K wie Keating? Ein Hinweis auf den Mann, der von Kapitän Thompson am Sterbebett die Schatzkarte bekam? Was bedeuten die Linien? Stellen sie Wasserläufe dar? Zum ersten Mal wird die Lage der geheimnisvollen Fels-Gravur per GPS bestimmt.

Dornenreicher Weg




Doch keines dieser Zeichen liefert einen entscheidenden neuen Hinweis auf den Verbleib des Kirchenschatzes von Lima.


Glaubt man den Satellitenbildern, ist Valle de los Piratas - das Tal der Piraten - ein weiteres Metallversteck. Der Küstenabschnitt liegt unweit der Wafer Bay, der größten Ankerbucht. Von dort aus ist das Tal leicht zu erreichen. Zu erreichen gewesen, muss man heute wohl sagen, denn seit sich die Natur ungehemmt ausbreiten darf, ist der frühere Weg überwuchert von tropischer Vegetation. Mit Hilfe von GPS-Navigation macht sich Raul Arias auf den steinigen und dornenreichen Weg in den dichten Dschungel.

In früheren Zeiten hatten es die Schatzjäger leichter. Christopher Weston hat auch die Expeditionen von James Forbes dokumentiert. Sie gehören zu den teuersten und technisch aufwändigsten, die die Insel in ihrer Geschichte erlebt hat. Mehrere hunderttausend Dollar soll der Millionär 1948 buchstäblich in den Sand gesetzt haben.




"Vernarrter Schatzjäger"

Forbes verkörperte den Typus "vernarrter Schatzjäger" par excellance. So ließ er schweres Gerät anrücken, um Stahlröhren in der Chatham-Bucht zu verankern. Forbes wollte auch bei Flut unterhalb der Wasserlinie arbeiten können. Aber es hat nicht funktioniert. Immer wieder lief das Wasser bei Flut in diese Röhren hinein, und sie mussten es immer wieder herauspumpen. Die Überreste der Anlage liegen noch immer in der Chatham-Bay. Auch James Forbes blieb glücklos - trotz Schatzkarte seines Vorfahren.

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