Himmlisches Gold

Von Sternschnuppen und Sternenstaub

Manche Quellen deuten Sterne nicht selten als "Augen des Himmels", so schreiben die Grimms. Sie schauen herab und sorgen sich um jeden Einzelnen - mitleidend und tröstend, aber auch zürnend und strafend.

Vor den unbändigen Kräften der Natur fürchten sich die Menschen seit jeher. Denn die Gewalten entscheiden über Gedeih und Verderb. Daher hat sich der Brauch von Erntefesten bis in die Gegenwart gehalten, ein Dank an die oberste Himmelsmacht.

Mythische Reise durch Tag und Nacht

Die Himmelsscheibe von Nebra ist mit 3600 Jahren die älteste Darstellung des Kosmos. Sie beweist, dass schon die Priester der Bronzezeit die Gestirne eingehend beobachteten. Vollmond, Sichelmond und schimmernde Sterne am dunklen Firmament, dazu goldene Horizontbögen, die den Sonnenlauf zwischen Frühling und Herbst nachvollziehen. Der dritte Bogen symbolisiert die Barke zum Transport der Sonne auf ihrer mythischen Reise durch Tag und Nacht.


Die Ordnung des Universums schien aber aus den Fugen zu geraten, wenn unerwartete Geschehnisse eintraten. Fielen Sterne als Schnuppen vom Himmel, so suchten die Menschen nach plausiblen Erklärungen. Je nach Kulturkreis deuteten sie die Erscheinung als Unheil oder Glück.

Göttlicher Segen

Als göttlicher Segen taucht Sternenstaub zum ersten Mal in der griechischen Mythologie auf. Zeus selbst dringt als Leben spendender Goldregen zu Danae vor, die ihr Vater gefangen hält. Aus der magischen Verbindung geht ein Knabe hervor. Ein Sprichwort sagt: "Alles Gute kommt von oben".




Vor allem, wenn sie nicht als Schnuppen in der Atmosphäre verlöschen, sondern als Meteoriten niedergehen - wie am 22. Mai 1808 in Stannern, im heutigen Tschechien. "Es war ein heiterer Morgen, bis um halb sechs Uhr ein Nebel in die Luft einrückte. Die Leute von Stannern waren auf dem Weg in die Kirche". So protokolliert ein Zeitgenosse die Katastrophe.

"Drei starke Knälle"



"Plötzlich hörten sie drei starke Knälle, dass die Erde unter ihren Füßen zitterte. Eine Menge von Steinen von der Größe einer Nuss bis hin zu einem Kindskopf und bis zu sechs Pfund schwer fielen unter Rollen und Pfeifen aus der Luft. Die Steine, welche sogleich aufgehoben wurden, waren warm. Alles dauerte sechs bis acht Minuten."

Ein Spektakel: Auf Stannern waren Meteoriten nieder geprasselt. Bruchstücke von Asteroiden, die aus dem All auf die Erdoberfläche aufschlagen, ohne zuvor zu verglühen. Doch davon wussten die Gelehrten im 19. Jahrhundert noch nichts. Sie notierten lediglich die Augenzeugenberichte, sammelten die Brocken ein und beschrieben sie akribisch. Dass es sich um außerirdisches Material handelte, schlossen sie aus.

Schreckliches Getöse

Längst können Experten die Beschaffenheit von Meteoriten erklären. Ist nur die Oberfläche geschmolzen, die innere Struktur aber erhalten, so stürzt das Gestein unter schrecklichem Getöse auf die Erde. Im Naturkundemuseum in Wien liegen die Steine aus Tschechien - ein seltenes Vermächtnis aus dem All. Seit dem Altertum gibt es immer wieder Berichte über Meteoriten. Die außerirdischen Festkörper sind die erste Materie, die sich vor Milliarden von Jahren aus solarem Nebel bildete. Und somit ein Zeugnis aus der Frühzeit der Entstehung unseres Sonnensystems.


Mineralogen unterscheiden drei Hauptgruppen. Je nach Zusammensetzung sprechen sie von Stein-, Eisen- oder Stein-Eisen-Meteoriten. Schon in grauer Vorzeit schmiedeten Handwerker aus dem Material Waffen von außerordentlicher Härte. So besaß Tutenchamun einen Dolch und Siegfried ein Schwert aus Meteoriteisen. Viele Völker hielten die seltsamen Brocken sogar für Botschaften der Götter und fürchteten sich davor.

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