Honorias Rache

Die Prinzessin und der Barbar

Im Palast der weströmischen Hauptstadt lebte Honoria. Die Schwester des Kaisers war ihrem Herzen gefolgt und erwartete von einem Diener ein Kind. Für eine Prinzessin eine unwürdige Verbindung - der Bruder zögerte nicht lange und ordnete die Hochzeit der jungen Frau mit einem Senatoren an.

Ihr Liebhaber sollte sterben. Honoria wollte sich ihrem Schicksal um keinen Preis fügen - und wehrte sich. Sie hatte ihre eigenen Kontakte, Einfluss und Macht. Sie konnte sich vorstellen, die kaiserliche Politik zu beeinflussen - wie viele Frauen, die zu Herrscherfamilien gehören.

Das Reich als Mitgift

Honoria schrieb einen Brief. Die Nachricht übergab sie einem Boten und schickte ihn zum größten und mächtigsten Barbaren jener Zeit - zu Attila, dem Hunnenkönig. Das Schreiben war kurz - aber es hatte die Kraft, das Römische Reich in seinen Festen zu erschüttern. Die Tochter Roms bot sich dem gefürchteten Attila zur Frau. Das Weströmische Reich sollte die Mitgift sein. Einzige Bedingung: Attila musste sie retten.

Es muss ein besonderer Moment gewesen sein, als auf den Ungarischen Feldern die Nachricht von der römischen Prinzessin eintraf. Dem Brief war ein Ring beigelegt, um zu unterstreichen, dass sie es ernst meinte. Im fernen Rom wurde Honorias eigenmächtiger Schritt zum Stadtgespräch. Die Senatoren reagierten empört. Eine Adelige verheiratet mit einem feindlichen Barbaren - ein Frevel. Attila - neuer Herrscher über Westrom - für die Herren vom Tiber ein politischer Affront.

Aufruhr in Rom

Honorias Angebot an Attila sorgte in Rom für Aufruhr, und die Heirat wurde von römischer Seite sofort unterbunden. Es konnte diese Heirat nicht geben. Es war völlig gegen die Vorstellungen des Römischen Reiches. Und Attila war natürlich über das Ausschlagen dieser Hochzeit sehr erbost.

Es war eine Frage der Ehre - Attila musste handeln. Nichts konnte ihn abhalten, die reichste Provinz des Römischen Reiches anzugreifen. Sein Ziel hieß Gallien. Anfang des Jahres 451 nach Christus zog das Heer der Hunnen aus der ungarischen Tiefebene los. Die Krieger plünderten Städte, nahmen Menschen in Gefangenschaft und verwüsteten ganze Landstriche.

Sinnbild des Bösen

Am 7. April eroberten die Hunnen die Gegend um Metz. Bischof Gregor von Tour schrieb in die Annalen: "Sie warfen Feuer und töteten das Volk mit der Spitze des Schwertes." Der sagenhafte Hunnenkönig wurde für Gallien zur Wirklichkeit und zum Sinnbild des Bösen. Die christliche Kirche verteufelte den Kriegsfürsten. Sie nutzte den Schrecken den Attila und seine Horden verbreiteten für ihre eigenen Zwecke. Sie nannte die Hunnen eine Geißel Gottes, die gekommen war, um die Menschen für ihren sündigen Lebenswandel zu bestrafen. Sie forderte eine inbrünstige Hinwendung zu Gott.

Der Befehl zum römischen Gegenschlag erfolgte spät. Als General Aetius, den Oberbefehl über das Heer erhielt, hatten die Hunnen längst eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Für Aetius eine Herausforderung. Der einstige Verbündete der Hunnen musste nun gegen sie ins Feld ziehen. Aetius Rolle war es, dass Weströmische Reich zu verteidigen und genau diese Aufgabe übernahm er in der Organisation der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern und damit wurde er zum schärfsten Gegner der Hunnen. Ein Wettlauf um Verbündete begann. Attila versucht seine Armee aufzurüsten und bat andere Völker um Hilfe. Auch Aetius war auf Unterstützung angewiesen.

Schwerer Schlag

Für Attila ein schwerer Schlag, hoffte er doch die Westgoten für seine Sache zu gewinnen. Stattdessen kämpften sie im römischen Verbund. Die Völker der Gepiden, Rugier, Sueben und Sarmaten schlossen sich dem Steppenkönig an. Er schwor die Krieger auf einen harten Kampf ein. In jener Schlacht wollte Attila das Römische Reich bezwingen. Bislang war die Taktik - der Kampf mit Reflexbogen und Schwert - stets erfolgreich gewesen. Noch nie mussten die Hunnen eine Niederlage hinnehmen. Doch diesmal herrschte in den eigenen Reihen Unsicherheit. Noch kurz vor der Schlacht wechselten einige Krieger die Fronten.

Geschlossen marschierten sie an der Seite Roms. Das Hunnenheer preschte nach Völkern geordnet heran. Beide Truppen nahmen unentschlossene Kämpfer in die Mitte - zur besseren Kontrolle. Sie waren sich nicht voll und ganz der Loyalität ihrer Männer sicher.

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