Im Auftrag der Ölindustrie

Paläontologe Dr. David Jutson

Als Prospektor für Bodenschätze wird William Smith zum Propheten einer neuen Zeit: Wie er der Kohle nachjagte, so fahnden die Erben seiner Erkenntnisse heute nach Öl. David Jutson ist Fossilienjäger im Auftrag der Ölindustrie. Der versteinerte Code weist ihm den Weg zum schwarzen Gold in der Tiefe.

Im Bohrkernlager der RWE werden Proben aus unterirdischen Lagerstätten in aller Welt aufbewahrt. Mit dem Elektronenmikroskop fahndet Jutson nach Fossilien: winzige Nanofossilien. Poröse Gebilde, die Öl speichern. Wenn Jutson sie findet, ist er am Ziel.

Mammutprojekt im Wattenmeer




Mammutprojekt Die Bohrinsel Mittelplate ist ein Mammutprojekt der RWE mitten im Wattenmeer. Hier wird Öl aus der größten deutschen Lagerstätte gefördert. Dabei kommt immer wieder das Know-How von David Jutson zum Einsatz.

Das schwarze Gold liegt fast 3000 Meter tief unter dem Meer. Über 100 Millionen Tonnen sammeln sich an der Grenze eines Salzstocks in porösen Sandsteinschichten. Ein besonders ergiebiges Reservoir, in das die Bohrungen mit höchster Präzision abgelenkt werden.

Ausgeklügelte Technik

Tausende Tonnen Stahlrohr werden vom Bohrmeister durch den Untergrund navigiert, mit ausgeklügelter Technik und Fingerspitzengefühl. Die Steuerung erfolgt anhand von seismischen Daten und radioaktiven Signalen. Doch es gibt Fälle, in denen man einen Fossilienjäger braucht.

Die Offshore-Förderung auf Mittelplate wird ergänzt durch Erdöl-Gewinnung von Land. Das Projekt ist einzigartig: In rund 2.000 Meter Tiefe wird die Bohrung abgelenkt und über eine Strecke von fast zehn Kilometern in die Lagerstätte geführt. Solche Horizontalbohrungen erhöhen die Fördermengen erheblich. Wie aber erfolgt die zielgenaue Steuerung, die kilometerweit durch die Erdschichten führt?

Unscheinbare Ausrüstung

David Jutson ist immer startbereit, denn Zeit ist Geld bei der Abermillionen teuren Schatzsuche. Der Brite hat immer seinen Rucksack mit der unscheinbaren Ausrüstung: Spatel, Röhrchen und das wichtigste, sein Lichtmikroskop. Das ist alles, was der Erbe von William Smith benötigt, um geotechnische Meisterleistungen zu vollbringen.

Bei einer Bohrung wird David Jutson als "Pfadfinder" durch die Erdschichten benötigt. Sein erster Weg führt zu Rüttelsieben, wo er Proben entnimmt. Mit dem Bohrschlamm, dem "Schmiermittel" für den Bohrer, gelangen Gesteinsbrocken an die Oberfläche. Sie stammen aus der Erdschicht, in der gerade gebohrt wird. Anhand der Fossilien kann David exakt bestimmen, um welche Schicht es sich handelt.

Höchste Konzentration

Im Labor werden die Schlammproben gewaschen und für die Untersuchung vorbereitet. Für den Forscher geht es auf Bohrinseln selten so ruhig zu. In Notfällen musste David Jutson schon bis zu 72 Stunden durcharbeiten und mit seinen Analysen immer wieder in aller Eile zu einem hieb- und stichfesten Ergebnis kommen. Die Aufgabe erfordert höchste Konzentration - weltweit gibt es nur wenige Experten mit dem nötigen Fachwissen.

Am "Fingerabdruck" der Fossilien identifiziert David die Erdschichten. Der versteinerte Code führt ihn zum Öl. Selbst schmale Gesteinsbänder, die keine High-Tech-Methode trennt, entgehen dem Öl-Fahnder nicht. Verlässt der Bohrer den vorgegebenen Pfad um nur einen einzigen Meter, alarmiert Jutson sofort den Bohrmeister.

Wie weit der Bohrkopf nach oben oder unten dirigiert werden muss, kann der"Chef-Navigator" genau vorhersagen. Selbst der kleinste Irrtum bei der Steuerung durch die Erdschichten kostet Millionen.

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