Im Bann des Sonnenfeuers

Unser Stern des Lebens

Der Keim unserer Existenz liegt in einer kosmischen Katastrophe, der Explosion eines Riesensterns vor fünf Milliarden Jahren. Als die riesige Staubwolke kollabierte, entstand unsere Sonne. Die Planeten begannen um den jungen Stern zu kreisen, und schließlich bildete sich auf einem dieser Planeten Leben. Wir alle sind also Sternenstaub, und unser Stern, die Sonne, ist der Fixpunkt unseres Daseins. So haben viele Kulturen in ihrer Mythologie der Sonne eine zentrale Bedeutung zugeschrieben.

Eines der größten Rätsel der Frühgeschichte der Menschheit ist Stonehenge. Die Ausrichtung der kreisförmigen Anlage lässt einen Bezug auf die Sonne und ihre lebensspendende Kraft erkennen. Spiegelt sich hier vielleicht die größte und tiefgreifendste Revolution wider, der sich die Menschheit je unterwarf, dem Übergang zum Ackerbau?

Geschichte der Astronomie

Stonehenge im Sonnenaufgang
War der Steinkreis von Stonehenge eine Sonnenkultstätte? Quelle: ZDF

Dank neuester Ausgrabungen und eines geheimnisvollen Skelettfundes konnten große Teile der Geschichte von Stonehenge in den letzten Jahren neu geschrieben werden. Hinweise für die zentrale Bedeutung der Sonne für diese frühgeschichtlichen Kulturen kommen auch aus der Mitte Deutschlands: In Sachsen-Anhalt haben die Menschen schon 2000 Jahren vor Stonehenge die Sonne beobachtet.

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Auch große Geister der Geschichte forschten im Bann des Sonnenfeuers: Kopernikus, Kepler und Galilei wagten das Undenkbare und rückten die Sonne in den Mittelpunkt des bekannten Universums; die Erde war nur ein Planet neben anderen, der um das Muttergestirn kreist. Eine wissenschaftliche Revolution, die über Isaac Newton bis zu Albert Einstein reicht. Die Sonne ist demnach nicht nur der Mittelpunkt unseres Sonnensystems, ihre Masse beschleunigt auch die Planeten auf ihren elliptischen Bahnen.

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Unser guter Stern

Ein galaktischer Glücksfall Quelle: imago

Der große Gewinner in unserem Sonnensystem ist zweifellos die Erde - der einzige Planet, auf dem sich das Leben in seiner Fülle entwickeln konnte. Die Sonne spielt dabei eine Schlüsselrolle. Denn kosmisch betrachtet zählt sie zu den "guten" Sternen, den G-Sternen, das heißt, sie besitzt genau die richtige Masse, um lange und zuverlässig ihre wärmenden Strahlen zur Erde senden zu können. In ihrer Größe und Strahlkraft ist die Sonne also eher durchschnittlich, aber genau in dieser Durchschnittlichkeit liegt das Besondere.

Wie schnell aber der Stern des Lebens sich zum Todesstern wandeln kann, zeigt ein Blick auf unsere Nachbarplaneten Venus und Mars: Die sonnennähere Venus wird vom Treibhauseffekt auf höllische 450 Grad aufgeheizt, während der Planet des Kriegsgottes aufgrund seiner geringen Masse seine schützende Atmosphäre nicht halten konnte. Doch auch das Klima auf der Erde bleibt von der Aktivität der Sonne nicht unbeeinflusst. Immer wieder kam es im Lauf der jüngeren Erdgeschichte zu Klimaschwankungen durch Sonnenflecken.

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Abenteuer Sonnenforschung

Protuberanzen auf der Sonnenoberfläche
Forscher beobachten Veränderungen der Sonnenoberfläche über lange Zeiträume Quelle: ZDF

Das vielleicht größte Rätsel unseres Sterns wurde erst zu Beginn des 21. Jahrhunderts gelöst: Wie kann die Sonne über Milliarden Jahre hinweg so viel Energie produzieren? Schon lange hatte man erkannt, dass ihre Strahlungsenergie durch Kernfusionsprozesse erzeugt wird. Doch um den endgültigen Nachweis dafür zu erbringen,  bedurfte es jahrzehntelanger Forschung, bis es gelang, mithilfe hochempfindlicherTeilchendetektoren dem Geheimnis des Sonneninneren auf die Spur zu kommen.

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