Im Pygmäenwald

Die heimlichen Herrscher

In der Zwischenzeit folgt Matthias Borchert einer neuen wissenschaftlichen Spur. Auf Pfaden, die keine Autofahrt mehr zulassen, will er noch tiefer in den Regenwald vorstoßen.

Borcherts Ziel liegt rund 30 Kilometer von Durba entfernt. Dort leben einige der letzten Pygmäen. Der Wissenschaftler durchquert ein Rebellengebiet. Für jeden seiner Schritte musste er den örtlichen Kommandanten um Erlaubnis fragen. Ein Führer erwartet ihn, der sich in vielen Jahren das Vertrauen der Pygmäen erworben hat. Er hat den Besuch des Deutschen angekündigt. Die kleinwüchsigen Waldbewohner können Borchert möglicherweise bei seiner Mission behilflich sein.

Warnung vor dem Naturvolk

Seit Urzeiten leben die Pygmäen im Dschungel. Sie müssen, so Borcherts These, als erste mit dem Todesvirus in Kontakt gekommen sein. Man hatte ihn vor den Pygmäen gewarnt. Sie seien misstrauisch und aggressiv. Borchert bemerkt nichts davon. Bereitwillig zeigen sie ihm, wie sie binnen Minuten eine Hütte errichten. Täglich durchstreifen sie eine Gegend, in der wahrscheinlich seit Jahrhunderten Killerviren zu Hause sind.

Besitzen die Waldmenschen Antikörper gegen Ebola und Marburg? Zu gern würde der Wissenschaftler ihnen Blut abnehmen. Doch sein Führer rät ihm ab. Zunächst gilt es, das Vertrauen der Pygmäen zu gewinnen. Ein Weißer im Dorf ist für sie wie Besuch von einem anderen Stern. Der Arzt bemerkt, dass unter den Pygmäen auch ein Blinder lebt. Für ein Naturvolk etwas Ungewöhnliches. Denn der Mann kann sich nicht an der Jagd beteiligen. Die anderen müssen ihn durchfüttern. Sein Augenlicht verlor er wahrscheinlich durch eine Infektion. Zu gerne würde Borchert wissen, welche Krankheit es war.

Wenig Kontakt zur Außenwelt

Man nennt sie die "heimlichen Herrscher des Waldes". Bis heute haben die Pygmäen nur wenig Kontakt zur Außenwelt. Die westliche Medizin muss ihnen unendlich fremd erscheinen - das spürt der Deutsche. Vielleicht kann er bei seinem nächsten Besuch einen Schritt weitergehen. Viel Geduld braucht er für seine Aufgabe. Es ist, so sagt er, als wolle die Natur eines ihrer letzten Geheimnisse für sich behalten.

Im Pygmäenwald entdeckt Borchert einige Tiere, die seit kurzem im Verdacht stehen, Zwischenwirte für das Ebola-Virus zu sein: Colobus-Affen. Die größte Gefahr ist nach wie vor, dass das Virus von einer Epidemie, die irgendwo in einem abgelegenen Gebiet Afrikas sich entwickelt, in eine afrikanische Metropole oder mit dem Flugverkehr in eine europäische Metropole verschleppt wird.

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