Im Tal der "Goldenen Mumien"

Suche nach dem "grünen Gold"

Die Jagd nach dem verlorenen Wissen führt Renate Germer nach Kairo, in das Archiv des Deutschen Archäologischen Instituts. Seit 1907 gibt es die Außenstelle Kairo. So mancher altägyptische Schatz wurde von hier aus entdeckt.

Stammen die Heilpflanzen nur aus dem Niltal oder gab es auch Importe? Im "Schlangenpapyrus" wird die Behandlung von giftigen Bissen beschrieben. Das Kraut dagegen wächst nur in der Wüste. Die Geschichte des "Beredten Oasenmannes" weist in die selbe Richtung. Heilkräuter aus den Wüstenoasen versprechen eine Linderung von Schmerzen.

Sensationsfund

Im Grab des Pui-em-Re ist eine Szene dargestellt, wie dem Pharao Tribute aus den "Nördlichen Oasen" dargebracht werden. Die Tribute, hochwirksame Heilpflanzen? Eins ist bekannt: Mit den "Nördlichen Oasen" ist das heutige Baharija gemeint. Ein Sensationsfund machte Baharija weltberühmt: hunderte goldene Mumienmasken. Vergleiche mit dem Grab des Tutenchamun wurden angestellt. Findet man in der Oase Baharija auch "grünes Gold" - eine intakte Umwelt und seltene Heilpflanzen?


Von Kairo aus geht es auf der alten Karawanenroute nach Westen, in die libysche Wüste. Die erste Enttäuschung ist, dass die Zivilisation nicht aufhört. Im Gegenteil, wie auf einer Autobahn rollt man dem verheißungsvollen Ziel entgegen. Mitten in einer scheinbar menschenleeren Wüste: ein Meer aus Teer und Öl, achtlos weggekippt, eine Müllhalde am Straßenrand.

Grüne Insel im Sandmeer

Was erwartet einen im Tal der "Goldenen Mumien"? Ergiebige Quellen machen die Oase Baharija zu einer grünen Insel im Sandmeer. Hier wurden 1999 die ersten Grabhöhlen geöffnet. Für einen Teil des goldenen Sensationsfunds wurde eigens ein Museum gebaut. Es ähnelt eher einer schmucklosen Fabrikhalle. Nach Aussage von Experten sind die Lagerbedingungen dort alles andere als ideal für die empfindlichen Goldkartonagen.

"Gold lenkte immer schon vom Wesentlichen ab", meint Renate Germer, die hinter dem Mumienmuseum nach einer Pflanze fahndet, die auch auf Tutanchamuns Sarkophag lag. "Nie gesehen", sagen die Männer, "die Touristen interessieren sich doch nur für die Mumien". Die hartnäckige Forscherin gibt nicht auf. Ein alter Mann glaubt, einen Platz zu kennen, an dem er das abgebildete Gewächs schon mal gesehen hat. Der Weg führt vorbei an seltsam tiefen Löchern. Die gewaltigen Hohlräume sind Bewässerungskanäle und Zisternen aus der Römerzeit.

Heiße Spur

Gleich neben solch einem Wasserspeicher der Antike wächst das grüne Fahndungsobjekt: Die Blätter stimmen mit der Zeichnung überein: Es ist die Withania Somnifera, die Schlafbeere. Ihre roten Früchte begleiteten Tutanchamun ins Jenseits. Eine heiße Spur. Die wichtigste Frage lautet nun: Verwenden die Oasenbewohner die Früchte heute noch?

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