"Imperium - Konflikt - Mythos"

Drei Ausstellungen zur Geschichte der Römer in Germanien

Haltern, Kalkriese und Detmold - Drei Orte, die eng mit der "Schlacht im Teutoburger Wald" verbunden sind, haben sich zusammengetan, um vom 16. Mai bis Mitte Oktober Exponate von Weltgeltung zu präsentieren. Die Liste der Leihgeber ist lang: vom Pariser Louvre und dem Britischen Museum über Jerusalem und New York zu den Museen des Vatikan.

Leuchtschrift Mythos
Leuchtschrift Mythos

Mit der Varusschlacht von 9 n.Chr. erlitt die Supermacht Rom eine ihrer größten Niederlagen. Arminius, der germanische Sieger über die Legionen des Imperiums, wurde später zu einem nationalen Mythos. Die Suche nach dem Schlachtfeld beschäftigte jahrhundertelang eine Vielzahl von Heimatkundlern, Historikern und Archäologen. 2000 Jahre danach präsentieren drei große Ausstellungen den Besuchern ein umfassendes Bild beider Seiten, mit zum Teil noch nie in der Öffentlichkeit gezeigten Exponaten.

Drei Orte - drei Bezüge

Die Kurzformel "Imperium" hat in Haltern ihren Themenschwerpunkt. Hier lag das Verwaltungs- und Militärzentrum der geplanten römischen Provinz im rechtsrheinischen Germanien. Hier waren die Legionen stationiert, hier weilte der Feldherr Varus. Für den "Konflikt" steht Kalkriese bei Osnabrück, vermutlicher Ort der Varusschlacht. Seit fast 20 Jahren wird das Schlachtfeld ausgegraben, auf dem römische Legionäre mit Hilfstruppen und Tross von den Germanen geschlagen wurden.

Der "Mythos" des "deutschen" Sieges wird in Detmold thematisiert. Hier steht mit dem 1875 eingeweihten Hermannsdenkmal das imposanteste Zeugnis zum Mythos über Arminius/Hermann den Cherusker, und die Rezeption der Varusschlacht. Ein Mythos, der bis in die Gegenwart reicht. Ein Klischee des 19. Jahrhunderts, das bis heute in Publikationen herumgeistert. Denn weder gab es vor 2000 Jahren "Deutsche", natürlich auch keine "deutsche" Geschichte, noch war das Gebiet zwischen Rhein und Elbe "auf ewig" von Römern befreit. Und doch bedeutet die Varusschlacht einen Wendepunkt der europäischen Geschichte: Auf dem Höhepunkt seiner Macht stieß das sieggewohnte Imperium Romanum zum ersten Mal an seine Grenzen und zog sich zurück.

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