Imposantes Imperium

Vielvölkerstaat in der Wüste

Das Persische Reich ist vor 2.500 Jahren das Zentrum der Welt. Von überall her kommen die Karawanen mit dem Ziel Persepolis. Die Stadt ist das Herz eines Reiches, das sich über Tausende von Kilometern erstreckt: Vom Indus bis zum Mittelmeer, von den Wüsten Libyens bis zu den Steppen Zentralasiens - zehn mal so groß wie Deutschland.

Das Persische Reich setzt sich aus vielen Völkern zusammen. In vielen Punkten ist es Vorgänger und Vorbild für das Imperium Romanum. In der Hauptstadt sitzt König Darius auf einem goldenen Thron und hält alle Fäden in Händen. Ein König, der alles sieht, der alles weiß.

Kostbarkeiten aller Länder

Alle Welt zollt diesem Imperium Tribut. Bildwerke aus alter Zeit erzählen davon: Mit Schiffen kommen sie übers Meer, aus Griechenland, aus Ägypten. Aus dem fernen Indien schaffen sie ganze Wagenladungen von Schätzen herbei. Elefanten, Kamele, Ochsen tragen auf ihrem Rücken die Kostbarkeiten ihrer Länder. Mit nur einem Ziel: Die Herrschaft des größten Königs aller Zeiten zu verherrlichen.


Die Wüste wird in dieser Zeit zum Schatzhaus - zum blühenden Garten. Der Palast des persischen Großkönigs vereinigt alles Wissen der Alten Welt: Ausgeklügelte Architektur, die in den Farben des Regenbogens strahlt. In den Augen der Menschen verhießen damals Farben all das, was höchster Luxus war: Pracht, Glanz und Lebendigkeit inmitten einer eintönigen Landschaft aus Stein und Sand. Persepolis war für die Menschen der Antike das "8. Weltwunder".

Riesig wie eine Stadt

125.000 Quadratmeter groß ist die künstliche Terrasse, auf der sich Persepolis erhebt. Bis zu 18 Meter hoch ragt sie aus der Ebene, ein Palast, riesig, wie eine Stadt. Im Zentrum der Thronsaal mit dem größten Innenraum seiner Zeit. Handwerker aller Herren Länder haben über vier Generationen hinweg daran gearbeitet.

Es ist ein Stein gewordener Herrschertraum. Noch heute gelten die Ruinen von Persepolis als ein 8. Weltwunder. Die Gesichter der alten Schutzgötter bewachen immer noch das große Portal des Königspalastes. Und die kunstvoll ausgehauenen Lotusblumen der Säulenbasen künden davon, dass hier für die Ewigkeit gebaut wurde. Über allem das Symbol für Stärke und Kraft: Der Stier von Persepolis.

Alexander aus Makedonien

Das Imperium aber, so groß und mächtig es auch sein mag, hat einen Gegner, der seinen Untergang besiegeln wird. Ein kleines Reich -100 mal kleiner als Persien: Makedonien. In der Hauptstadt dieses Reiches, in Pella, kommt ein Kind zur Welt, das alles ändern wird. Im Schatten der rauen Berge Mazedoniens ist Alexander geboren: man wird ihn später den "Großen" nennen. Er wird es sein, der den mächtigen König Darius herausfordert.

Sein Lehrer heißt Aristoteles, der führende Philosoph der Antike. Von ihm wird der "kleine" Prinz lernen: Die Logik des Denkens, die Macht der Worte, die Systematik politischen Handelns. Aus den Worten seines Lehrers wird Alexander Taten machen. Und er wird niemals vergessen, was Aristoteles über den unermesslichen Reichtum Persiens erzählt: Gold wie Sand soll in den Schatzhäusern von Persepolis lagern - Gold, das man nur nehmen muss, um zu rächen, was einst die Perser taten. Der ganze Stolz der Griechen, die Akropolis von Athen, war 150 Jahre zuvor zerstört worden. Strafe dafür, dass die Griechen sich nicht unter dem Joch der Perser beugen wollten.

Siegen lernen

Und Alexander fühlt sich berufen, diesen Freiheitstraum Wirklichkeit werden zu lassen. Schon früh lernt er zu siegen. Ihm bleibt auch nicht viel Zeit: Jung wird er sterben. Aber er wird in diesem kurzen Leben mehr erreichen, als je ein anderer Feldherr erreicht hat.

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