In den Fluten des Sutlej

Mit Spezial-Schlauchbooten in unbekanntes Terrain

Vorbereitung für die Flussfahrt. Die Expeditions-Boote erhalten glückbringende Namen. Kushok, ein ehemaliger Lama, schreibt sie in seiner Sakralschrift auf den Bug. Flussabwärts sollen die geheimnisvollen Ruinen liegen.

Mit Spezial-Schlauchbooten will Bruno Baumann diesen nie befahrenen Teil des Sutlej erkunden. Er bittet um Schutz für sein Vorhaben. Ein Bön-Lama segnet die Boote.

Verbündete und Beschützer

Ohne seine Gebete und spirituelle Begleitung will Baumann nicht aufbrechen. In einer Hütte auf dem nahen Berggipfel, einem uralten Kultplatz, wird der Lama seine Gottheiten anrufen. Neun Götter haben die Welt erschaffen, glauben die Bönanhänger. Eine Welt mit Geburt, Tod und Krankheiten. Durch Rituale kann man die Götter als Verbündete und Beschützer gewinnen.

Dies ist einer der letzten Orte in Tibet, an dem der Bön Glaube noch in alter Form zelebriert wird. Aber ob es sich bei diesem Ritual um den Glauben der Shang Shung-Zeit handelt? Niemand weiß es genau. Die Vorstellungswelt des Bön ist geprägt von Jeschem, einem heiligen Urgrund. Er ist die friedvolle passive Ruhe aus der die Welt hervorgegangen ist.

Strategisch wichtige Lage



Von der Berghöhe lässt sich die Einmündung dreier Täler gut überblicken. Ein idealer Platz für eine militärische Garnison. Kein Angreifer kann sich unbemerkt nähern, der Verteidiger hat alle Vorteile auf seiner Seite. Die strategisch wichtige Lage haben sich die Soldaten des alten Shang Shung Reiches zu nutze gemacht. Davon zeugen Überreste von Wehrmauern. Wo aber blutige Abwehrkämpfe ausgefochten wurden, war wohl kaum die Königsresidenz.

Baumann fragt, wo die Königsburg Kyunglung liegt, das legendäre Silberschloss im Garuda Tal. Flussabwärts sagt der Lama. Richtung Westen. Noch nie hat ein Mensch den Sutlej in diesem Abschnitt befahren. Niemand weiß, welche Gefahren in den Schluchten lauern, ob der Fluss überhaupt passierbar ist. Wenn hier ein Unfall geschieht kann niemand helfen, es gibt keine Rettungshubschrauber, keine Krankenhäuser, noch nicht einmal Ärzte in erreichbarer Nähe. Bruno Baumann lässt sich auf das Wagnis ein. Er will Shangri La finden, das legendäre Shang Shung, das Silberschloss im Garuda Tal - koste es, was es wolle.

Ruinen an den Berghängen



Immer tiefer stößt er in unbekanntes Terrain vor. Die Steilwände ragen mehrere hundert Meter hoch und verengen sich. Der anfangs ruhig dahin fließende Sutlej zeigt jetzt sein anderes Gesicht. Plötzlich, mitten im Kampf mit den Elementen: weit entfernt an den Berghängen eine geheimnisvolle, bisher völlig unbekannte Ruinenstadt. Trotz der gefährlichen Strömungen gelingt es Baumann, einige Fotos zu schießen. Doch Baumann droht die Kontrolle über sein Boot zu verlieren. Es donnert sie gegen die Felsen, dabei geht die Kamera über Bord.

Gagan, der Wildwasserexperte der Expedition, wagt den Sprung in die Fluten um die Boote zu retten, sie müssen an den Engstellen vom Ufer aus geführt werden. Dabei findet er die Kamera wieder, ein schier unglaublicher Glücksfall.
Die Fahrt geht immer tiefer in den Canyon, immer weiter hinein ins Niemandsland. Für das Team ist die Erstbefahrung dieses Flussabschnitts extrem aufregend.

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