In der Falle Roms

Exkommunikation des Propheten durch Papst Alexander

Mai 1497: Savonarola ist eine streng geheime Gesandtschaft aus Rom angekündigt worden. Ausgerechnet sein Erzfeind, der Papstsohn Cesare, soll sie anführen.

Den Dominikaner trifft eine besondere Provokation unvorbereitet: das Purpurornat seines Gastes. Der Papst hat seinen Sohn vor dem Aufbruch nach Florenz zum Kardinal ernannt.

Mönche als Leibwächter

Cesare bietet Savanorola die Zusammenarbeit mit dem Papst an. Dieser schätzt die Überzeugungskraft seiner Worte. Er will ihn sogar zum Kardinal machen, doch der Prophet lehnt ab, auch wenn Cesar ihm mit Konsequenzen droht. Von da ab begleiten bewaffnete Mönche Savonarola als Leibwächter - selbst in den Dom von Florenz.


An Christi Himmelfahrt 1497, einem der heiligsten Feiertage der Kirche, sind Tausende der ergebensten Anhänger Savonarolas versammelt. Doch selbst an diesem geweihten Ort fühlt sich der Prophet nicht mehr sicher. Unerträgliche Spannung lastet auf den Gläubigen. Auf dem Höhepunkt der Feierlichkeiten stürzt sich ein gedungener Mörder auf Savonarola. Dessen Anhänger überwältigen den Attentäter. Der Prophet scheint wahrhaftig unter dem Schutz Gottes zu stehen.

Weitreichende Entscheidung

Eine Verwicklung des Papstes in diesen Mordanschlag lässt sich bis heute nicht beweisen. Doch in der Engelsburg trifft Alexander VI. kurz nach dem gescheiterten Attentat eine weitreichende Entscheidung. Er bestellt Savonarola nach Rom. Sollte er sich widersetzen, droht der Ausschluss aus der Gemeinschaft der Christen, die Exkommunikation.

Bitterer Kelch

Berittene Boten jagen von aus Rom aus nach Florenz. Unverzüglich soll der widerspenstige Dominikaner zum päpstlichen Hof aufbrechen. Drei Jahre hat Savonarola dem übermächtigen Papst Paroli geboten. Nun sitzt er in der Falle. In Rom wäre er den Borgias auf Gedeih und Verderb ausgeliefert. Er weigert sich, Florenz zu verlassen.


Die nächsten Gesandten des Papstes überbringen die unerbittliche Antwort Roms: Exkommunikation. Nirgendwo darf der Prophet mehr predigen. Der letzte bittere Kelch für den Mann, der die Magie seiner Worte braucht, um die Massen mitzureißen. Doch wer sich mit dem Propheten jetzt einlässt, riskiert die Strafen des Fegefeuers und der Hölle. Angesichts dieser Drohungen kommt das öffentliche Leben in Florenz fast zum Erliegen.



Savonarolas einziger Halt in jener Zeit ist diese Bibel. Sie wird im Nationalarchiv von Florenz aufbewahrt und ist mit Savonarolas winziger Handschrift übersät. Schriftpsychologin Roswitha Klaiber analysiert die einzige originale Hinterlassenschaft, die bis heute von der ungeheuren Last kündet, die der Dominikanermönch tragen muss. Innerhalb weniger Jahre hat sich seine Schrift bis zur Unkenntlichkeit verändert. Sie scheint einem völlig anderen Menschen zu gehören.

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