In göttlicher Mission

Ein Bauernmädchen kämpft für Land und König

Frankreich im Jahr 1429. Seit 90 Jahren herrscht im Königreich zwischen Franzosen und Engländern Krieg. Zerstörung, Hunger und Tod durchziehen das Land. Es ist der Krieg, der als der Hundertjährige in die Geschichte eingehen wird.

Der Glaube der Franzosen an einen Sieg ist längst verloren. Das Ende der Welt scheint nah.

Uralte Prophezeiung

Einzig das Hoffen der Menschen auf die Erfüllung einer uralten Prophezeiung nährt noch den Glauben an ein Wunder. Eine Prophezeiung, die besagt: Eine Jungfrau in eiserner Rüstung wird kommen und Frankreich aus seinem Elend erlösen. Im festen Glauben sie sei die weisgesagte Jungfrau, verlässt die 17-jährige Jeanne d'Arc im Februar 1429 ihr Elternhaus. In göttlicher Mission fühlt sich das Bauernmädchen berufen, das Land und den König zu retten.


England erhebt Anspruch auf den französischen Thron und hält weite Teile des Landes besetzt. Das Gebiet nördlich der Loire ist erobert. Zusätzlich stärken burgundische Truppen die englische Streitmacht gegen die Getreuen des Königs. Die Lage des Thronfolgers Karls VII. erscheint aussichtslos. Den Kampf um die Krone hat er schon fast gegen England verloren. Ein demoralisierter Herrscher und tiefste Verzweiflung im Volk ebnen der prophetischen Mission Jeanne d'Arcs den Weg.

Erste Visionen

Am Rande Lothringens, damals unmittelbar an Feindesland grenzend, befindet sich das Dorf Domrémy. Das Elternhaus von Jeanne d'Arc, in dem sie mit ihren drei Geschwistern aufwächst, ist heute noch erhalten. Die Familie muss im Sommer 1425 fliehen. Söldner überfallen Domrémy, plündern und brandschatzen das Dorf. Jeanne ist 13 Jahre alt. War sie bis dahin ein Mädchen wie viele andere, das nur durch seine besondere Frömmigkeit auffiel, verändert sich von diesem Zeitpunkt an ihr Leben.


Kurz nach dem Überfall vernimmt Jeanne Stimmen und hat ihre ersten Visionen: "Die Stimme kam ungefähr zur Mittagsstunde. Ich habe sie von meiner Rechten her gehört, wo die Kirche lag. Von derselben Seite kam eine große Helligkeit. Und nachdem ich sie dreimal gehört hatte, erkannte ich, dass es die Stimme eines Engels war."

Verschärfte Situation im Land

Jeanne fasst den Entschluss, für immer Jungfrau zu bleiben. Von nun an lebt sie immer mehr in der Welt ihrer Visionen. Was Jeanne d'Arc an Kriegsgewalt erlebt hat, ist nicht nachgewiesen. Sicher ist, dass sich die Stimmen, die sie hört, mit der sich verschärfenden Situation im Land häufen. Nach einiger Zeit sieht sie die Heiligen, die zu ihr sprechen, bildlich klar vor Augen. Der Heilige Michael erscheint ihr. Der Engel versichert Gottes Beistand und befiehlt ihr, dem König zu Hilfe zu eilen. Jeanne hat nur noch ein Ziel - dem Befehl der Stimmen zu folgen: dem Thronfolger zu seiner Krone zu verhelfen und das Land von den Engländern zu befreien. Später wird sie sagen: "Und der Engel berichtete mir von dem großen Elend, in dem sich Frankreich befand."

Als gottgewollt sieht Jeanne d'Arc von nun an ihren Auftrag. Kompromisslos und besessen folgt sie den Stimmen ihrer Heiligen - der Wahn eines traumatisierten Mädchens?
Das Centre Jeanne d'Arc in Orléans beherbergt die gesammelten Akten zum Fall. Darunter die Aussagen von Zeugen, die 20 Jahre nach Jeanne d'Arcs Tod zu ihrem Leben befragt wurden. Erinnerungen von Zeitgenossen, die Faszination, Unverständnis und Staunen ausdrücken.

"Keine Rettung außer durch mich"



Jean de Novelonpont, genannt de Metz, aus Vaucouleurs, war ein früher Weggefährte von Jeanne d'Arc. Bei der Vernehmung verkündet er im Zeugenstand: "Das erste Mal sah ich die Jungfrau in Vaucouleurs, als sie in ihrem ärmlichen roten Kleid ankam. Sie erzählte, dass sie gekommen sei, um Robert de Baudricourt zu sprechen, damit er sie zum König führen lässt. Sie sagte mir, dass es auf dieser Welt niemanden außer ihr gäbe der Frankreich einen könnte. Und fügte hinzu: 'Es wird keine Rettung geben außer durch mich.'"

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