Indien - Himmel auf Erden

Entdeckungsreise in ein schillerndes Land

Geschichten aus dem Dschungelbuch und Mythen des Himalayas: In Indien prallen Welten aufeinander. Das riesige Land, fast ein Kontinent, birgt viele Rätsel. Kultur und Natur sind hier so eng miteinander verwoben wie an kaum einem anderen Ort der Erde: Tiere sind heilig, Flüsse entspringen in einer Götterwelt, und irdische Rohstoffe haben ihren Ursprung in himmlischen Reichtümern.

Betende Inderin im Ganges
Betende Inderin im Ganges Quelle: ZDF/Oliver Roetz

Im Norden Indiens erhebt sich der Himalaya, das höchste Gebirge der Welt. Seine Entstehung hängt mit dem größten "Crash" der Erdgeschichte zusammen: Vor über 100 Millionen Jahren löste sich der indische Subkontinent aus der südlichen Landmasse und schob sich in, geoglogisch gesehen, kurzer Zeit Richtung Asien. Beim Zusammenprall mit der Eurasischen Platte schob sich die Indische Platte unter Tibet und türmte dabei den Himalaya über 8000 Meter hoch auf. Dieser Prozess dauert bis heute an.

Götter in der Natur

Gebirgszug im Himalaya
Himalaya Quelle: ZDF

Der Himalaya, das Dach der Welt, ist entscheidend für das Schicksal Indiens. Denn seine Gletscher sind gigantische Süßwasserspeicher. In den warmen, trockenen Monaten entlassen sie das lebenspendende Wasser in die großen Flüsse. Der bedeutendste ist der heilige Ganges - die Lebensader Indiens. Um seine Entstehung rankt sich eine der vielen Legenden, die Indien prägen und die den besonderen Blick der Menschen auf die Natur bestimmen.

Die Verehrung der Natur zeigt in Indien viele Facetten. Es gibt zahlreiche Tempel, die Tieren gewidmet sind. Kühe, Affen, Schlangen und sogar Ratten sind heilig. Auch Elefanten werden vielerorts verehrt: Der vielleicht beliebteste Gott Indiens, Ganesh, trägt einen Elefantenkopf. Trotzdem wurden Elefanten schon früh in den Dienst der Menschen gezwungen. Die Dickhäuter sicherten als Kriegs- oder Arbeitstiere die Macht indischer Maharajas und Mogule. Heute zeichnet sich eine Wende ab: Im Bundesstaat Kerala werden Arbeitselefanten mit 65 in den Ruhestand geschickt.

Schicksalhafter Monsun

Ein anderes Tier hofft ebenfalls auf Protektion: der Bengaltiger. In den verstreuten Schutzgebieten gibt es heute nur noch wenige dieser majestätischen Raubkatzen. Obwohl auch er ein heiliges Tier ist und als Nationalsymbol Indiens gilt, haftet dem Tiger immer noch der Makel des "Menschenfressers" an. Was ist dran an diesem Urteil?

In Indien gibt es nicht nur vielfältiges Leben in sagenhaften Dschungeln, unberührte Gebirge und weite Wüsten. Das Land spielt auch eine Schlüsselrolle im Wasserkreislauf der Erde. Der Monsunregen, der alljährlich auf den Subkontinent herabprasselt, bringt Segen und Fluch zugleich. Ohne den Monsun sähe das Leben in Indien - und nicht nur hier - anders aus. Er garantiert Fruchtbarkeit, und er war Motor für die Entwicklung des Handels. Der zuverlässige, sich regelmäßig wendende Monsunwind öffnete für Segelschiffe einst die Tore nach Europa und Persien.

Wechselwirkung von Klima und Kultur

Die Vielfalt der Bewohner Indiens ist Spiegel einer bewegten Geschichte. Das Land wurde von zahlreichen wechselnden Herrschern und Kulturen regiert: Maharajas und Mogule, Handelsgesellschaften und Kolonialherren - magisch angezogen von dem Reichtum des Landes. Eine der ältesten Hochkulturen der Welt hat hier ihren Ursprung: die Induskultur. Ihre Blütezeit begann ungefähr 2800 vor Christus, etwa zur gleichen Zeit wie die frühen Hochkulturen in Mesopotamien und Ägypten. Doch während diese gewaltige Tempelanlagen hinterließen, finden sich am Indus keine sakralen Monumentalbauten.

Ausgegrabenes Badebecken in Mohenjo Daro
Badebecken Induskultur Quelle: ZDF

Mohenjo Daro, das Zentrum der Induskultur, war eine ausgeklügelte Großtadt mit Infrastruktur im Dienste seiner Bewohner. Naturgewalten sollen für ihr Ende verantwortlich sein: Ein Erdbeben, so eine Vermutung der Archäologen, besiegelte das Schicksal der Zivilisation am Indus. Ein antikes Flussystem versiegt in Folge von Landhebungen und damit auch der Versorgungsstrom nach Mohenjo Daro und anderen Städten. Hinzu kamen die Auswirkungen eines Klimawandels: Es wurde immer trockener, Wüsten breiteten sich aus. Hungersnöte, Kriege und Unruhen waren wahrscheinlich die Folge. Um etwas 1800 vor Christus waren die meisten Städte aufgegeben. Noch heute haben Indien und Pakistan mit der Verwüstung zu kämpfen. Die unerbittlichen Kräfte der Natur bestimmten immer wieder die Geschicke der Kulturen.

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