Inkatempel Incallajta

Südlichster Punkt des Imperiums

Wenn man vom Mojosgebiet eine Linie nach Süden zieht, kommt man zum südlichsten Festungspunkt der Inka. Nach Incallajta. Die mehrere Hektar große Anlage wurde etwa 1460 von den Inka zum Schutz gegen Angriffe der Indios Chiriguano gebaut.

Die Inka hatten 14.000 Menschen dorthin umgesiedelt. In der Nähe entdeckte man das Teilstück einer Inkastraße in Richtung Mojos. Führte sie bis zum Amazonas? Larry Coben, Archäologe der Universität von Pennsylvania verfolgt die Spur der Inka ins Tiefland - die Südroute.

Kultischer Mittelpunkt

Die Halle war 78 mal 25 Meter groß. Der Inka Tupac Yupanqui hatte sie bauen lassen. War sie ein Warenlager für Getreide, Coca und Gold aus der Amazonasregion? Noch heute befindet sich in der Nähe das größte Coca-Anbaugebiet der Welt. Incallajta eine Raubritterburg der Inka für Vorstöße ins Tiefland? Auf jeden Fall der kultische Mittelpunkt des Ostreiches, meint Coben.

In den Ritualorten der Inka stand ein mit Goldplatten belegter Stein. Der magische Glanz des Goldes hielt das Reich zusammen.Geschickt haben die Inka das Gold als Repräsentation ihres Sonnenkults benutzt. Die Ruine Incallajita mit einem großen Stein im Zentrum ist eine fast exakte Kopie der Architektur des Sonnentempels von Cusco und dessen mit Goldplatten belegten Ritualortes Coricancha. Corben wertet dies als Beweis: Für die Inkaherrscher war Gold und der Sonnenkult der Kitt für ihr gewaltiges Imperium.

Für alle sichtbar

Forscher Coben versucht herauszufinden, welche Funktion der Ort hatte und wie die Inka diese Orte als Ritualszenarien benutzt haben, um ihre Macht und Ideologie zu präsentieren. Der Inka-Ritualort, auch Ushnu genannt, befindet sich direkt vor dem Hauptgebäude der Anlage: auf einer von zwei Plätzen gebildeten Stufenpyramide, mit einem großen Felsen im Zentrum, die den Redner für alle sichtbar macht.

Im ganzen Imperium haben die Inka Pilgerrouten und Ritualorte geschaffen. Sie dienten nicht nur als Hintergrund für Spektakel, sondern auch dazu, ideologische und religiöse Botschaften zu verbreiten. Die Welt der Savannen und des Amazonas waren ihnen vertraut. In alle Richtungen hatten sie sich ausgebreitet, überall ihre Straßen gebaut. Wo war das Ende ihrer Welt?

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