Inoffizieller Start

Das Projekt beginnt ohne Zusage des Sultans

25. April 1859, Baubeginn des Suezkanals. Zunächst soll in Handarbeit ein kleiner Arbeitskanal ausgehoben werden. Offiziell bezeichnet ihn de Lesseps als Probekanal. Er will den Sultan von Konstantinopel nicht provozieren. Denn der verweigert nach wie vor seine Zustimmung zum Bau des Kanals.

Bisher ist die Arbeiterschar klein, doch schon bald wird sie auf mehrere Tausend anwachsen und die Trinkwasser-Versorgung zum Problem.

Bewaffnete Wachen


Tag für Tag ziehen Karawanen in die Wüste. Die Beduinen holen das Wasser vom Nildelta und bringen es zu den Arbeitscamps. Es ist so kostbar, dass Bewaffnete an den Lagerplätzen die Wasserfässer bewachen.

De Lesseps setzt seine Hoffnung auf neuartige Maschinen: Dampfbetriebene Destillen aus Holland sollen aus ungenießbarem salzigem Meerwasser kostbares Trinkwasser machen. Es sind die ersten ihrer Art. Jede der Destillen produziert 5000 Liter Süßwasser pro Tag. Doch das ist bei weitem nicht genug, um die zahlreichen Arbeiter und Ingenieure ausreichend zu versorgen.

Kostbares Nass

Auf der Trasse des alten Kanals der Pharaonen wird ein Süßwasserkanal vom Nil in die Wüste gebaut. Er soll den trockenen Timsah-See füllen, von dort weiter nach Norden und nach Süden führen und die Arbeitsheere mit dem kostbaren Nass versorgen. 15 Meter breit und 1,25 Meter tief, soll dieser Kanal auch zum Transport von Baustoffen und zur Bewässerung von Feldern dienen.

An der Mittelmeerküste wird ein neuer Hafen aus dem Boden gestampft. Port Said nennt de Lesseps die neue Stadt zu Ehren des ägyptischen Vize-Königs. Zwanzig französische Ingenieure leiten das Arbeitsheer und führen die dampfbetriebenen Maschinen.

Erstes Hindernis


Bis zu 20.000 Landarbeiter werden für jeweils drei Monate von ihren Feldern zu den Kanalbaustellen befohlen um für de Lesseps zu schuften. Jetzt liegt mit dem Plateau von El Gisr das erste große Hindernis vor de Lesseps. Die zehn Kilometer lange Düne blockiert den Zugang zum Timsah-See. Maschinen sind hier nicht einsetzbar. Der sandige Untergrund ist zu weich. Nur Menschenkraft kann den Kanalbau vorwärts treiben. Tag für Tag werden 14.000 Karren Abraum aus dem Plateau geschafft und jeder neu gewonnene Meter mit Holz verschalt.

Am 18. November 1862 ist die Barriere gefallen. Der englische Gesandte und zahlreiche Diplomaten sind anwesend, als der Damm geöffnet wird. Die Beduinen verehren de Lesseps. Er hat nicht nur das Wasser des Nils, sondern auch das Wasser des Mittelmeers zu ihnen gebracht. Was bis vor kurzem nichts als eine trockene Senke in der Wüste war, wird auf einmal zu einem großen See. Die Hälfte der Strecke ist damit geschafft.

Neue Stadt am Ufer

Der Timsah-See liegt in der Mitte der 160 Kilometer langen Kanaltrasse. An seinem Ufer wird eine neue Stadt gebaut, die später Ismalia heißen soll. Hier entsteht das Zentrum der Kanalgesellschaft samt ihrer Verwaltung, und ein neuer Königspalast.

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