Iwans Blick nach Osten

Kosaken und Tataren als Störenfriede

Während der Herrschaft Iwan IV. (1533-1584) war aus dem einst winzigen Moskau bereits ein stattliches Fürstentum geworden. Und doch nur eine kleine Insel in den russischen Wäldern. Gigantisch hingegen jene Landmasse im Osten, die Iwans Nachfolger einmal beherrschen sollten.

Seit Beginn des 16. gab es einige russische Bestrebungen, über den Ural hinaus vorzustoßen. Viele dieser Initiativen gingen vermutlich von Kaufleuten und anderen Privatunternehmern aus, die vom Pelzreichtum Sibiriens profitieren wollten. Doch weder Iwan III. noch sein Nachfolger Wassili hatten jedoch politisches Interesse an einer Expansion des Moskauer Reichs nach Osten.

Auserwähltes Kind

Alte russische Chroniken berichten, dass am 25. August 1530 ein mächtiger Sturm über Moskau hinweg fegte, grelle Blitze den Himmel erleuchteten und ohrenbetäubender Donner folgte. Es war die Stunde, in der der Thronfolger Wassilis, Iwan IV., geboren wurde. Man deutete diese Zeichen, dass ein auserwähltes Kind, ein künftiger Monarch das Licht der Welt erblickt hatte.



Iwan IV., auch "der Schreckliche" genannt, war es, der als erster den Blick nach Osten wandte. Und dies umso mehr, nachdem er von wertvollen Schätzen weit, weit im Osten gehört hatte. Die spärlichen Berichte früherer Abenteurer sprechen allerdings auch von einer absolut menschenfeindlichen Natur. Welch grandiose Schauspiele Sibirien aber noch verbarg, das wusste niemand.

Gefährliches Hindernis

Der direkte Weg nach Osten war durch ein gefährliches Hindernis versperrt. Vor dem Ural, dem "großen Felsen", wie ihn die Russen nannten, lauerten angriffslustige Tataren, die an der östlichen Grenze des Moskauer Fürstentums immer wieder für Unruhe sorgten. Nach mehreren vergeblichen Versuchen gelang es Iwan endlich sie am 2. Oktober 1552 zu unterwerfen. Der Sieg über die Tataren, die Eroberung Kasans, war für Russland von ungeheurer Bedeutung. Die Bedrohung des Moskauer Staates aus dem Osten war beseitigt, gleichzeitig wurde aber der Weg nach Osten frei. Zum Dank für den Sieg ließ er in Moskau die Basilius Kathedrale errichten.

Es gab aber noch andere Störenfriede an den Grenzen des Reiches. Es waren Kosaken, die sich nicht gerne an die Befehle des Zaren hielten. Ihre Heimat waren die großen Flüsse, die Wolga und der Don. Später kämpften sie für Gott, den Zaren und das Vaterland. Doch zu Iwans Zeiten blockierten diese abenteuerlustigen Männer die Versorgungswege nach Moskau, zu häufig, wie der Zar meinte. Sie wurden als vogelfrei erklärt und mussten ständig auf der Hut sein, nicht den zaristischen Soldaten zu begegnen.

Geheimtipp für flüchtige Kosaken

Wenig weiß man über den Kosakenführer Jermak Timofejew. Wahrscheinlich kam er vom Don oder der Wolga, wo er im Kreis Gleichgesinnter ein sehr abenteuerliches Leben geführt, ja geraubt und geplündert haben soll. Doch warum verließ er die schützende Gemeinschaft, um zunächst nach Norden zu ziehen, in das Perma Land? In Starotscherkassk, der alten Kosakenhauptstadt, kannte man Jermak genau und wusste zu berichten, dass er in der Kathedrale gebetet habe. Doch niemandem war bekannt, was er vorhatte. Starotscherkassk blieb noch lange ein Geheimtipp für flüchtige Kosaken.

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