Jagd auf die Bismarck

Adolf Hitlers Prestigeobjekt

1936 bei Blohm und Voss auf Kiel gelegt, lief der 251 Meter lange Rumpf drei Jahre später vom Stapel. Die Enkelin Bismarcks, Dorothea von Löwenfeld, vollzog die Schiffstaufe.

Bis zur Indienst-Stellung am 24. August 1940 wurde der Koloss zu einem Schlachtschiff der Superlative ausgebaut. 1941 lag die Bismarck nach erfolgreicher Erprobung in der Ostsee außerhalb der Reichweite britischer Flugzeuge in Gotenhafen. Ihre acht 38-Zentimeter-Kanonen, in vier Zwillingstürmen installiert, waren die größten bis dahin auf einem deutschen Kriegsschiff montierten Geschütze. Vier Bordflugzeuge, zahlreiche kleinere Kanonen und über 2.200 Mann Besatzung machten das riesige Schiff zu einer schwimmenden Festung.

Versteckspiel

Nach den Plänen der Admirale sollte die Bismarck mit ihrer enormen Feuerkraft die für Großbritannien lebenswichtigen transatlantischen Versorgungskonvois aus Nordamerika möglichst wirkungsvoll stören. Im Morgengrauen des 19. Mai 1941 schlich sich das Schlachtschiff aus dem sicheren Hafen Richtung Nordsee. Doch während ihrer Fahrt durch die dänischen Meerengen, Kattegat und Skagerak, wurde die Bismarck mehrfach gesichtet. Der britischen Luftaufklärung gelangen sogar gute Aufnahmen des in einem norwegischen Fjord versteckten Schiffes. Die Feinde waren also alarmiert. Aber die Engländer wussten nicht, welche der drei möglichen Routen die Bismarck einschlagen würde, um in den offenen Atlantik zu gelangen. Die Jagd auf den Stolz der deutschen Marine begann.

Das erste Gefecht

Die Deutschen wählten die Route zwischen Island und Grönland hindurch. Doch die Engländer tippten richtig und stellten die Bismarck und die sie begleitende Prinz Eugen. Nach elfstündiger Verfolgungsjagd brach ein schweres Gefecht gegen das Staraufgebot der britischen Flotte los. Die Bismarck feuerte auf die Hood, das kampfstärkste Schiff der britischen Kriegsmarine. Der englische Schlachtkreuzer erhielt einen Volltreffer in die Munitionskammer, explodierte und sank binnen fünf Minuten. 1.415 Briten starben, nur drei wurden gerettet. England stand unter Schock. Churchill aktivierte alle verfügbaren Kriegsschiffe. Er gab seinen berühmten Befehl: "Sink the Bismarck!" In den Weiten des Atlantiks das flüchtende Schiff zu finden, wäre 1941 normalerweise nahezu ausgeschlossen gewesen. Doch bei dem Gefecht mit der Hood hatte auch die Bismarck einen Treffer abbekommen. Vorne im Bug lief Wasser ein, und das Schiff zog eine Ölspur hinter sich her. Dadurch konnte man das Schiff verfolgen. Der Schaden musste dringend behoben werden. Der Kommandant der Bismarck wollte mit seinem Schiff an die französische Küste fliehen. Er fuhr über Steuerbord einen Turn und verschwand von den Radarschirmen seiner Verfolger.

Der Untergang

Am 26. Mai um 10 Uhr 30 entdeckte ein Catalina-Aufklärungsflugboot die flüchtige Bismarck wieder. Sofort starteten vom britischen Flugzeugträger Ark Royal 15 Torpedo-Bomber, Typ Swordfish. Die altmodischen Doppeldecker flogen gegen das heftige Sperrfeuer des hypermodernen Schlachtschiffes an und setzten ihre Torpedos ab. Durch die Fahrbewegung der Bismarck verfehlten die Geschosse das Ziel, bis auf einen Treffer im Rudergeschirr-Raum, wo sich die Elektromotoren befanden. Das als nahezu unschlagbar eingestufte Schlachtschiff war an seiner Achillesferse getroffen. Die heraneilenden britischen Kriegsschiffe feuerten aus allen Rohren auf die manövrierunfähige Bismarck. Wehrlos wurde sie zur leichten Beute der Briten. Wie die Titanic für unsinkbar gehalten, ereilte auch die Bismarck bereits vor 60 Jahren, am 27. Mai 1941, nach wenigen Tagen ihr Ende

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