Jermak, der Eroberer

Gemeinsache Sache mit den Stroganows

Kosakenführer Jermak Timofejew hatte von einer Expedition gehört, die von der reichen Kaufmannsfamilie der Stroganows geplant wurde. Sie sollte über den Ural hinaus nach Osten führen, in bis dahin unbekanntes Land. Zar Iwan hatte die Stroganows mit ungewöhnlichen Privilegien ausgestattet. Ihr Wappen schmücken zwei Zobel.

Die Familie Stroganow stammte ursprünglich aus Nowgorod, doch als der Stern dieser Handelsstadt zu sinken begann, zog es sie nach Osten. Am Ural beuteten sie verschiedene Solequellen aus, die ihren Reichtum noch vermehrten.

Lukrative Geschäfte

Salz war im damaligen Russland wertvoller als Gold, denn es bot die Möglichkeit, Lebensmittel zu konservieren. Bislang waren sie weitgehend auf die Salzlieferungen der Hanse und von Genueser Kaufleuten angewiesen, doch die langen Handelswege machten das kostbare Gut fast unbezahlbar. Durch Kundschafter erfuhren sie vom Pelzreichtum in Westsibirien und witterten ein weiteres lukratives Geschäft.



Vom Zaren selbst bekamen die Stroganows die Erlaubnis, für die russische Krone diese neuen Gebiete erkunden zu lassen. Sie waren gewitzt genug, mit diesem Auftrag eigene Interessen zu verbinden. So fasziniert Iwan IV. auch vom Gedanken war, in den Stroganows ihm ergebene Kontrolleure des russischen Zugangs nach Sibirien zu gewinnen, so vorsichtig verhielt er sich dennoch. Er ließ Erkundigungen einziehen, ob die Berichte der Stroganows auch der Wahrheit entsprachen, erst dann reagierte er.

Aufbruch nach Osten

Am 1. September 1582 war Jermak Timofejew mit etwa achthundert Männern in Richtung Ural aufgebrochen. Die Stroganows hatten die Kosaken gut ausgerüstet. Bald brach der Winter herein, doch man kam gut voran. Die Männer besaßen weder Kompass noch Landkarten, sie folgten einfach den kleinen Flussläufen und verließen sich auf ihr Gespür. Der Ural ist ein relativ niedriges Gebirge und die Gipfel waren bald erreicht.



In einer Höhle bei Kungur legten Jermak und seine Leute eine Rast ein. Hier versteckten sie auch einige ihrer Boote, die sie mit sich geschleppt hatten, um jenseits der Berge beweglicher zu sein. Noch heute trägt das Gebilde aus Felsen und Eis den Namen "Jermaks Höhle".

Keine Spur von Schätzen

Was würde die Kosaken wohl alles erwarten? Sie hatten keine Vorstellung. Kleinere Spähtrupps erkundeten noch im Winter die nähere Umgebung. Und fanden eine karge Landschaft vor, die gar nichts Verheißendes an sich hatte. Keine Spur von Schätzen, für die sie dieses Abenteuer auf sich genommen hatten. Um voran zu kommen, schlugen sie Schneisen durch die Wälder. Es waren die ersten Wege durch die Wildnis.


Bislang war Jermaks Expedition ohne größere Zwischenfälle verlaufen, obwohl die Kosaken bereits ein ganzes Stück nach Sibirien vorgedrungen waren. Als Jermak und seine Kosaken den ersten Schritt über den Ural hinaus taten ahnten sie nicht, welche Gefahren auf sie lauerten. Aber sie waren wachsam. Seit geraumer Zeit durchquerten sie das Gebiet des Tatarenkhanats Sibir, jederzeit konnte es zu Auseinandersetzungen kommen.

Dankbarer Zar

Unterdessen hatten die Geschenke an den Zaren den Moskauer Kreml erreicht. Zobelfelle allererster Güte. Felle von Silberfüchsen und Biber. Unermessliche Schätze in der damaligen Zeit. Der Zar zeigte sich dankbar und vergab den Kosaken alle früheren Sünden.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet