Jerusalem bleibt moslemisch

200 Jahre militärische Besetzung durch die Kreuzritter sind vorüber

Die siegreichen Kreuzritter verlassen Akkon im August 1191. Mit 12.000 Mann marschieren sie nach Süden - ihrem eigentlichen Ziel entgegen: Jerusalem. Saladin muss die Invasoren aufhalten. Doch dann wendet sich das christliche Heer in eine andere Richtung.

Der eigentlich Sinn des Kreuzzuges ist es, nach Jerusalem zu gehen, aber Richard ist auch General und König.

Militärischer Sachverstand

Richards militärischer Sachverstand sagt ihm, dass er Jerusalem mit militärischen Mitteln nicht erobern kann. Und selbst wenn es ihm durch ein Wunder gelänge, könnte er die Stadt nicht halten.


Im Frühjahr 1192 kehrt Richard nach Akkon zurück. Er beschließt, die von ihm eroberten Küstenstädte stärker zu befestigen - als Basen für künftige Kreuzzüge. Plötzlich greift Saladin mit einer Blitzattacke Jaffa an. Richard reagiert sofort. Mit einer kleinen, handverlesenen Truppe segelt er von Akkon nach Süden. Am Strand treffen er und seine Männer auf die zahlenmäßig hoch überlegene Armee des Sultans. Fast scheint es schon, die Christen seien verloren, da wendet der junge König mit seinem Kampfesmut das Blatt - unter den Augen Saladins.

Gesunder Respekt

Die beiden Männer haben im Lauf der Zeit einen gesunden Respekt voreinander entwickelt. Saladin weiß, dass er in Richard einen militärisch ebenbürtigen Gegner hat und Richard seinerseits ist sich des einmaligen Wertes Saladins als die muslimische Welt einigende Kraft bewusst.


Richard hinterlässt bei seinem Erzrivalen einen tiefen Eindruck, als er die muslimischen Truppen vom Strand vertreibt und in die Stadt zurückdrängt. Da geht Richards Pferd im Pfeilhagel zu Boden - und Saladin lässt dem englischen König umgehend ein neues Pferd bringen.

Vorläufige Einigung

Kreuzritter und muslimische Soldaten liefern sich in Jaffa einen gnadenlosen Straßenkampf. Um jedes Haus, um jede Gasse wird bis aufs Blut gefochten. Schließlich gelingt es Richards Elitetruppe, die Einheiten des Sultans aus Jaffa zu vertreiben. Beide Heerführer einigen sich vorläufig: Die Kreuzritter behalten die Küstenstädte von Tyros bis Jaffa. Jerusalem bleibt moslemisch - mit freiem Zugang für christliche Pilger zu den heiligen Stätten.


Im Oktober 1192 reist Richard Löwenherz nach Europa ab. Nur sechs Monate später stirbt sein großer Gegenspieler Saladin im Alter von 56 Jahren. Richard Löwenherz kehrt nicht mehr nach Palästina zurück. Er stirbt 1199 in Europa an einer Pfeilwunde.

1291 fällt Akkon als letzte christliche Bastion. 200 Jahre militärischer Besetzung durch die Kreuzritter sind vorüber.

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