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Jesus in Indien

Legenden weisen auf eine Grabstätte in Kaschmir

Dass Jesus die Kreuzigung überlebte, halten besonders indische Experten und Gläubige für vorstellbar. Sie begründen dies mit Yoga-Praktiken, die zwar extrem sind, aber zur Tradition von Asketen gehören.

Die Natha-Yogis verstehen sich als Geheimorden. Sie müssten Jesus demnach in ihre Gemeinschaft aufgenommen haben. Denn in der Regel gewähren sie Außenstehenden keinen Einblick.

Gottgleicher Meister

Überliefert ist, dass ihr gottgleicher Meister Gorakhnath den Weisen aus Nazareth sehr schätzte. Kein tauglicher Beweis, ist doch die Existenz der Gruppe für das ersten Jahrhundert nicht belegt. Die These, dass Jesus in Indien weilte, untermauert Professor Hassnain mit einer alten Schrift.

Den altindischen Text verfasste Sutta, ein Gelehrter aus dem zweiten Jahrhundert. Da das Dokument nur noch als Kopie aus späterer Zeit vorliegt, zweifeln westliche Forscher an seinem Wahrheitsgehalt. Könnte "Ishaputram", der aus fernen Landen kam, mit Jesus identisch sein?

Große jüdische Kolonie

Indischen Legenden nach liegt der Mann aus Nazareth sogar in Srinagar, der Hauptstadt Kashmirs, begraben. Das "Venedig des Ostens" war zu seiner Zeit ein wichtiger Knotenpunkt auf der Seidenstraße. Damals blühte dort eine große jüdische Kolonie. Und noch heute tragen viele Orte biblische Namen. So bezeichnen die Einheimischen den hinduistischen Shankararcharya-Tempel in Srinagar noch immer als "Thron Salomons".

Dem Volksglauben nach pilgerte Jesus der jüdischen Gemeinde wegen nach Kaschmir. Aber auch Moslems vertreten die Ansicht, der Galiläer habe in Srinagar die letzte Ruhe gefunden - und zwar im Roza-Bal-Schrein in der Altstadt. Die Mehrheit der Gläubigen allerdings denkt, in der Gruft ruhen zwei islamische Heilige. Nach wie vor würdigt die Bevölkerung die heilige Stätte, die vermutlich auf antiken Fundamenten errichtet wurde. Der Streit zwischen den Religionsgruppen führte dazu, dass die Stadtverwaltung alle Untersuchungen im Roza Bal bis auf weiteres untersagte.

Objekte christlicher Herkunft

In den 1960-er Jahren konnte Professor Hassnain im Schrein Objekte christlicher Herkunft feststellen. Er entdeckte dort einen steinernen Sarkophag, ein Holzkreuz und eine Platte mit eigenartigen Fußabdrücken. Überall in Indien werden stilisierte Fußabdrücke von Göttern verehrt. Doch das Besondere am Relief im Roza Bal sind die Wundmale. Woher kannten die Menschen schon vor Jahrhunderten das typische Symbol für die Kreuzigung Jesu?

Bereits im Jahr 52 soll der Apostel Thomas die christliche Lehre in den Süden des Landes gebracht haben. Die prächtige Sankt-Thomas-Kathedrale in Madras hütet noch heute die Reliquien des Heiligen. Eine syrische Schrift aus dem 3. Jahrhundert beschreibt auch Thomas als Wundertäter. Da er Jesus vielleicht ähnlich sah, könnte es eine Verwechslung gegeben haben. Demnach wäre Thomas nach Indien gegangen und nicht Jesus. Die Verfasser des Neuen Testaments äußern sich dazu nicht. Lange kursierten verschiedene Berichte nebeneinander, die noch andere Geschichten über Jesus verbreiteten.

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