Jungfernfahrt zur "James Eagen Layne"

Kriegsschiff als Opfer der U-1195

Ohne eine Fahrt auf der "Alicia" will Peter Robbins Rudi Wiese nicht abreisen lassen. Auf dem Programm steht ein Tauchgang zu der "James Eagan Layne" - ein beliebtes Ziel für Sporttaucher. Jenes Schiff, dem die U-1195 zum Verhängnis wurde.

Per Express geht es zwei Seemeilen hinaus aufs Meer zur Fundstelle des Wracks. Das Team von Peter Robbins hat sich schon zuvor mit dem Mini-U-Boot auf den Weg gemacht, denn die "Alicia" bringt nur vier Knoten pro Stunde.

Erste Wracksuche

Gegen den Tauchgang hat der Hafenmeister von Plymouth im Unterschied zu seinem Kollegen von Portsmouth keine Einwände. Für ihn ist das Mini-U-Boot geeignet, um in englischen Gewässern zu manövrieren. So kommt die "Alicia" doch noch zu ihrer Jungfernfahrt - und zu ihrer ersten Wracksuche. Diesmal ist natürlich auch der Chef des Unternehmens dabei, Peter Robbins.


Die Sicht ist extrem schlecht. Taucher müssen dem kleinen U-Boot den Weg weisen, damit es nicht unbeabsichtigt mit der Stahlwand des Schiffes kollidiert. Mit gedrosseltem Motor gleitet das Gefährt durch das trübe Wasser, denn die "Alicia" hat einen langen Bremsweg.

Opfer der U-1195

Nicht zufällig fiel die Wahl auf die "James Eagan Layne". Die U-1195 unter dem Kommando von Ernst Cordes torpedierte das amerikanische Nachschubschiff im März 1945. Es sank sofort. Die 69 Mann starke Besatzung konnte gerettet werden. An Bord führte die "Layne" Lastwagen, Jeeps und Panzerteile für die Alliierten in Europa. Ihr fehlten damals nur wenige Seemeilen, um den sicheren Hafen von Plymouth zu erreichen.

Ironie des Schicksals: Seinen Kameraden in 35 Meter Tiefe konnte Rudi Wieser nicht die letzte Ehre erweisen. Stattdessen blickt er auf ein Schiff, dem die U-1195 damals den Untergang brachte. Wie immer in Zeiten des Krieges: Der Täter ist Opfer zugleich - so wie eine Medaille zwei Seiten hat. Der Seekrieg im Atlantik forderte Zigtausend von Menschenleben - und das von allen beteiligten Nationen.

Aus Feinden werden Freunde

Nach mehr als einem halben Jahrhundert fährt ein deutscher Soldat aus dem Zweiten Weltkrieg in dem Mini-U-Boot "Alicia" - gesteuert von einem Engländer, gebaut von einem Amerikaner. Aus alten Feinden sind längst Freunde geworden.

Zwanzig Minuten dauert der Ausflug in die Vergangenheit. Dann geben die Taucher das Signal zum Aufbruch. Die Strömung wird immer stärker. Ohne Störungen steigt das Gefährt zurück ans Tageslicht. Die Premiere ist erfolgreich über die Bühne gegangen. Für den Geschäftsmann aus Amerika hat sich der Traum seiner Kindheit erfüllt. Und die ersehnte Genehmigung für die Expedition mit Rudi Wieser zur U-1195 wird Peter Robbins bestimmt eines Tages in Händen halten.

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