Kampf auf dem Weißen Berg

Erste große Schlacht

Wallenstein geht es um das Geschäft mit dem Krieg, nicht um die Religion. Seite an Seite mit den Glaubenskämpfern des Bayernherzogs sollen seine Kürassiere für den Kaiser den Sieg über die böhmischen Rebellen erzwingen.

Am Abend des 7. November 1620 steht die katholisch-kaiserliche Armee westlich vor der Stadt vor Prag. Am Weißen Berg formieren sich die gewaltigen Heerhaufen zur ersten großen Schlacht des Dreißigjährigen Krieges - eine monströse Übermacht von 40.000 Reitern und Infanteristen taucht im Morgengrauen aus dem Nebel auf und tritt gegen nur 13.000 protestantische Soldaten an.

Vor der Schlacht wird gesungen und gebetet - die Dämmerung eines Heiligen Krieges. Wer sein Leben dem Kampf um die rechte Religion opfert, dem ist ein Platz im Paradies sicher. Angesichts des göttlichen Lohns, den man den Söldnern verspricht, zählt der Tod wenig. "Sancta Maria" lautet der Schlachtruf, mit dem die Männer in den Kampf ziehen.

Heroischer Sieg

Am Morgen des 8. November entbrennt auf dem Weißen Berg der Kampf gegen das böhmische Ständeheer. In nur einer einzigen Stunde erringen die Glaubenskämpfer des Kaisers einen heroischen Sieg über die Rebellen. Die lassen sich zerstreuen und auseinander jagen wie eine Horde ohne Disziplin und Kampfesmut. Zu erneutem Widerstand sollten die Geschlagenen nicht fähig sein. Militärisch hätte der Krieg hier ein Ende finden können.

Prag ist nach der Schlacht am Weißen Berg wieder fest in der Hand des katholischen Kaisers. Albrecht von Wallenstein wird - dank seiner Kürassiere - zum militärischen Befehlshaber der Stadt und zum Herzog ernannt. Am Fuß des Hradschin macht er ein ganzes Viertel dem Erdboden gleich. Für einen Palast, in dem er prächtiger leben will, als die gekrönten Häupter des Abendlandes.

Rätselhafte Krankheit

Das Waldstein-Palais ist bis heute ein Sinnbild seiner Visionen und seiner Begierde nach Reichtum und Macht. Die prunkvolle Loggia ist so erhalten geblieben wie Wallenstein sie plante - sie zeugt von seinem luxuriösen Lebensstil. Jeden Feldzug bezahlt ihm der Kaiser mit Palästen und Fürstentümern. Ein ganzes Heer livrierter Pagen steht dem Feldherrn zu Diensten - seine Hofhaltung verschlingt Unsummen, die das Geschäft mit dem Krieg aufbringen muss. In einer künstlich angelegten Grotte badet Wallenstein - in einem ausgefallenen Bassin. Schon in jungen Jahren wurde er von einer rätselhaften Krankheit heimgesucht. Bäder verschafften ihm Linderung von den Schmerzen.

Zweiter Gewinner der ersten Schlacht ist Maximilian von Bayern. Als Lohn erhält er die protestantische Pfalz. Mit einer Urkunde besiegelt der Kaiser sein geheimes Versprechen und belehnt Maximilian mit der pfälzischen Kur. Er habe das Heer der Rebellen "durch Verleyhung Göttlicher Gnaden und Beistand obsiegt". Maximilians Belehnung zerstört das Gleichgewicht zwischen protestantischen und katholischen Kräften, trägt den Krieg ins Herz des Reiches.

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