Kampf um Akkon

Wie Richard Löwenherz Saladin bezwingt

In Europa schlägt die Nachricht von der Eroberung Jerusalems durch Saladin wie eine Bombe ein. Die Christenheit ist geschockt. Papst Gregor XIII. reagiert prompt. Mit einem leidenschaftlichen Appell ruft der Pontifex zum Dritten Kreuzzug auf - und er wird gehört.

Im Mai 1189 bricht ein starkes Heer aus Deutschland auf - an seiner Spitze Kaiser Friedrich Barbarossa.

Mächtiger Barbarossa

riedrich Barbarossa ist Kaiser des Heiligen Römischen Reiches und der mächtigste Mann Westeuropas. Er sitzt bereits seit 40 Jahren auf dem Thron und ist einer der wenigen Veteranen aus dem Zweiten Kreuzzug. Er genießt enorme Authorität. Saladin weiß, dass die Christen ihren stärksten Trumpf ausspielten.


Doch Barbarossa ertrinkt bei einem Unfall auf dem Weg nach Jerusalem im Fluss Saleph. Tief getroffen und entmutigt kehrt der größte Teil seines Heeres nach Hause zurück. Nach dem Tod des Kaisers betritt König Richard I. von England die Weltbühne. Er hat sich sehr umsichtig auf die Teilnahme am Dritten Kreuzzug vorbereitet. Um seine Ziele zu erreichen, ist er bereit, buchstäblich alles zu Geld zu machen.

Sondersteuer für die Kriegskasse

Richard erhebt in seinem Reich eine Sondersteuer, den Saladin-Zehnten, um die Kriegskasse zu füllen. Außerdem veräußert er seinen gesamten Besitz - Burgen, Schlösser und Grafschaften. Vom Erlös kauft er für sich und seine Soldaten die besten Waffen und Ausrüstungen. Der junge König konnte bereits reiche militärische Erfahrungen sammeln, die ihm im Heiligen Land zugute kommen werden.



In der Zwischenzeit hat Sultan Saladin Guido de Lusignan, den ehemaligen König von Jerusalem, unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt. Guido kann es nicht lassen. Er greift Akkon an, obwohl er Saladin geschworen hatte, nichts mehr gegen ihn zu unternehmen. Die Schlacht wird von beiden Seiten mit großer Härte geführt. Als Saladin von Guidos Angriff hört, schickt er sofort Truppen zur Verstärkung der moslemischen Verteidiger. Durch die zusätzlichen Einheiten des Sultans entsteht vor Akkon ein Patt, aus dem sich keine der Parteien lösen kann. Zwei quälende Jahre lang wird um die wichtige Hafenstadt gerungen.

Napalm der Antike

Richard I. erreicht im Juni 1191 das Schlachtfeld vor der Stadt und greift in die Kämpfe ein. Bald schon verschiebt sich das Kriegsglück zum Entsetzen des Sultans. Da führen die Wachen einen Syrer zu Saladin, der dem Herrscher entscheidende informationen liefert. Der Mann kennt die Rezeptur zur Herstellung des so genannten Griechischen Feuers, das Napalm der Antike.


Die Mischung aus Rohöl und Baumharz brennt wie Zunder. Saladin lässt es sogleich in größeren Mengen herstellen. Mit Katapulten verschossen, entfaltet das Griechische Feuer eine verheerende Wirkung. Es bleibt überall kleben und ist kaum zu löschen - eine furchtbare Waffe, gegen die es kein Gegenmittel gibt.

Richard muss umdenken

Als Saladins Truppen das Griechische Feuer vor Akkon einsetzen, geraten die christlichen Kämpfer mit ihrem hölzernen Belagerungsgerät in ernste Schwierigkeiten. Richards Belagerungstürme gehen in Flammen auf. Der König muss umdenken. Er verspricht den Kreuzfahrern vier Goldmünzen für jeden Stein, den sie aus den Mauerfundamenten herauslösen. So entsteht eine Lücke, durch die Ritter und Soldaten in die Stadt vordringen.



Das christliche Heer erobert Akkon wieder zurück. Dabei geraten 2700 von Saladins Männern in Gefangenschaft - ein herber Schlag für den Sultan. Für die Kreuzfahrer und für den englischen König bedeutet die Einnahme von Akkon eine wichtige Etappe auf dem Weg nach Jerusalem. Wegen seines heldenhaften Kampfes erhält Richard seinen Ehrennamen: Löwenherz. Doch der Herrscher zeigt hier eine andere, eine erschreckende Seite: Das Massaker an den Gefangenen von Akkon ist heute noch ein Thema.

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