Kampf um Dura Europos

Römer in der Defensive

Hoch über dem Euphrat thront die Stadt Dura Europos. Um 165 nahmen die Römer sie in ihren Besitz. Später stationierten sie große Truppenverbände. Vorbereitungen auf einen Eroberungsfeldzug?

Die römische Garnison innerhalb der Stadtmauern wollen sich die Archäologen aus Qreiye genauer anschauen. Aus der Luft ist der quadratische Grundriss hervorragend zu erkennen.

Krisengebiet Euphrat

Dura Europos soll ihnen helfen, die Befunde ihrer eigenen Grabung besser zu verstehen. Schon der fliegende Jesuit Poidebard hatte die Stadt fotografiert. Sie lag am äußersten Ende der römischen Welt. Mit ihrer Ostpolitik hatten die Römer eine Demarkationslinie zu den Parthern überschritten. Der Euphrat wurde Krisengebiet.

König Schapur greift an

Die Inschrift im Stabsgebäude belegt seine Fertigstellung um das Jahr 211. Römische Elitetruppen zogen ein. Gschwind kann eindeutige Parallelen zu Qreiye ziehen - baulich und historisch. Findet er in Dura Europos auch die Gründe für den Untergang "seines" Kastells? Die mächtigen, über drei Meter starken Stadtmauern hatten in der Mitte des 3. Jahrhunderts einen neuen, gefährlichen Feind abzuwehren. Die Parther waren von den aggressiveren Sasaniden abgelöst worden. Ihr König Schapur I. forderte das Imperium heraus.


Im Jahre 253 nach Christus ist das Reich durch innere und äußere Kämpfe geschwächt. König Schapur greift an. Plötzlich sind die Römer in der Defensive. Die Sasaniden rücken, wie erwartet, entlang des Euphrats vor und belagern Dura Europos. Die Ereignisse jener Tage lassen sich anhand archäologischer Befunde minutiös rekonstruieren:

Trotzdem hielt die Mauer. Erst nach weiteren Angriffen fiel die Stadt. Ein ähnliches Schicksal, so vermutet Gschwind, traf auch Qreiye. Schapur I. demütigte die Römer wie keiner zuvor. Er nahm Kaiser Valerian gefangen. Eine Schmach, die in der gesamten römischen Geschichte einmalig bleiben sollte. Ein Relief zeigt, wie Valerian 260 seine Waffen streckt und Kaiser Philippus Arabs vor dem Sasanidenkönig kniet.

Am Ende bleibt die Grabung

Besiegelte Schapur das Ende des Kastells am Euphrat? Markus Gschwind versucht mit allen verfügbaren Informationsquellen, das Rätsel hinter dem Luftbild des Franzosen Antoine Poidebard endgültig zu lösen. Trotz aller Hilfe durch die moderne Technik mit Erdwiderstandsmessungen, Georadar, Magnetik - am Ende bleibt immer die Ausgrabung.

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