Kein Ei gleicht dem anderen

Mit Kinderkapseln zum Erfolg

Sie sind winzig oder fußball-groß. Sie sind rund, länglich oder eben eiförmig. Sie werden innerhalb oder außerhalb des Körpers ausgebrütet. Eier zählen zu den genialsten Erfindungen der Natur. Kaum ein Tier, das bei der Fortpflanzung ohne Eier auskommt. In diesen Startzellen des Lebens werden die Karten für die kommende Generation neu gemischt.

Kaimane sind gerade aus dem Ei geschlüpft
Kaimane sind gerade aus dem Ei geschlüpft Quelle: ZDF

Auch wenn es das Sprichwort anders behauptet - kein Ei gleicht dem anderen, weder äußerlich und schon gar nicht, was den Inhalt betrifft. In jedem Ei steckt schließlich ein einzigartiges Individuum. Die Eier der verschiedenen Tierarten unterscheiden sich teils erheblich von einander. Doch alle eint der gemeinsame Zweck: Der Entstehung neuen Lebens und den ersten Phasen des sich entwickelnden Nachwuchses einen geschützten Raum mit der notwendigen Startausrüstung zu geben.

Komplettes Starterset

Küken schlüpfen im ZeitrafferOb Amöbe oder Zikade - Eier legen sie alle, und zwar nur die Tiere weiblichen Geschlechts. Klingt banal, ist aber von existentieller Bedeutung. Ohne Männchen können manche Arten überleben, wie das Phänomen der Jungfernzeugung - wissenschaftlich Parthenogenese - beweist. Ohne Weibchen erlischt die Spezies, denn nur sie können Eizellen in ihren Eierstöcken produzieren. Dabei gehen manche Vertreter geradezu verschwenderisch vor, andere eher sparsam. Und Eier müssen - zumindest in der Regel - befruchtet werden. Das geschieht je nach Art außerhalb oder innerhalb des weiblichen Körpers, immer aber in der Eizelle selbst.

In jedem Fall ist sichergestellt, dass der Keim mit allem versorgt ist, was er zu seiner Entwicklung braucht. Nahrung bezieht er aus dem Dotter oder bei Säugetieren über die Nabelschnur und Plazenta von der Mutter. Schutz bieten ihm die Flüssigkeit, in der der Keim innerhalb der Eihüllen schwimmt, und eine gallertige (zum Beispiel Fischeier), pergamentartige (zum Beispiel Reptilieneier) oder kalkhaltige (zum Beispiel Vogeleier) Ummantelung bzw. Schale - oder bei Säugern die Gebärmutter. Hinzu kommen verschiedene Vorsichtsmaßnahmen wie Tarnen oder Verstecken der Gelege.

Massenprodukt oder Einzelstück

Mit dem Ei fängt alles an, aber wie es weitergeht, hängt von den arttypischen Fortpflanzungsstrategien ab. Manche Weibchen geben Millionen von nur knauserig ausgestatteten Eiern ab, aus denen schon bald nach der Befruchtung selbstständige Jungtiere schlüpfen. Oft sind es Larven, die sich erst noch zur endgültigen Erwachsenenform entwickeln müssen, wie etwa bei Krebsen, Fischen, Amphibien und vielen anderen. Nach dem Motto "Einer wird schon durchkommen" ist für diese Art von Müttern das Fortpflanzungsgeschäft mit der Eiablage beendet.

Andere Arten investieren ungleich mehr in ihren Nachwuchs, oft so viel, dass auch die Väter ran müssen. Beispielsweise die Kaiserpinguine: Sie leben in einer so extremen Umwelt, dass sie es nur gemeinsam schaffen, ein einziges Jungtier aufzuziehen. Dieses muss schon als Küken die harten Bedingungen der Antarktis meistern und während der kurzen Warmperiode erwachsen werden. Daher schlüpft es bereits am Ende des Winters. Die Mutter steckt so viel Energie in ihr pfundschweres Ei, dass sie nach der Eiablage zur Nahrungssuche ins Meer abwandern muss. Den Vater hat die Samenproduktion weit weniger gekostet.

Kaiserpinguin wärmt Ei in Bauchfalte
Kaiserpinguin wärmt Ei in Bauchfalte Quelle: ZDF

Hüter der Eier

Der Kaiserpinguin-Vater kann das Ei während des Winters 64 Tage lang bebrüten und das Küken mit einem Nahrungssekret füttern, bis ihn die Mutter im Frühling ablöst. Erst dann - er hat meist ein Drittel seines Körpergewichtes von ca. 30 Kilogramm eingebüßt - darf er sich wieder satt fressen, um anschließend im Wechsel mit dem Weibchen das Küken aufzuziehen. Das Engagement der Eltern entspricht dabei dem Wert des Eies. Ginge es verloren, bedeutete dies den Totalausfall für diese Saison. Immerhin geht es um ein Unikat. Je geringer die Zahl der Eier ist, desto intensiver kümmern sich die Eltern - in der Regel jedenfalls.

Es gibt aber auch andere Gründe, weshalb Väter über ihr Gelege wachen. Der Afrikanische Strauß etwa nennt meist mehrere Hennen sein Eigen, kann die lebenslustigen Damen aber nicht lückenlos kontrollieren. Gut möglich, dass die eine oder andere eine kurze Affäre mit einem Konkurrenten hatte. Um sicher zu gehen, dass sein eigener Nachwuchs aufwächst, behütet er alle Eier seines Harems. Seepferdchen-Väter hingegen schützen den gefährdeten Laich ihrer Partnerin mit vollem Körpereinsatz. Sie hüten die Eier in einer Bauchtasche, in der sie vor Fressfeinden und anderen Gefahren bis zum Schlupf sicher sind.

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