Keine Chance für den Frieden

Der Strudel der Gewalt zieht alle in den Kampf hinein

Nach dem Kirchgang finden im Burghof Kampfspiele nach Landessitte der Gäste statt. Dietrich von Bern und Markgraf Rüdiger verbieten ihren Truppen, daran teilzunehmen. Sie spüren den Unmut unter den Burgunden und wollen die Lage nicht verschlimmern. Dafür treten die Thüringer und Dänen gegen Gunthers Heere an. Es kommt, wie es kommen muss und die Spannungen entladen sich.

Mutwillig sticht Volker einen Hunnen nieder. Als sich Tumult anbahnt, fährt Etzel zornentbrannt dazwischen und stellt sich hinter Hagens treuen Gesellen. Er droht seinen Leuten mit Enthauptung und erlaubt den Edelleuten aus Burgund, zum eigenen Schutz mit Degen und Schild zum Mahl zu erscheinen.

Hagen provoziert

Kriemhild wendet sich hilfesuchend an Dietrich von Bern. Der aber beschwört sie, Gnade walten zu lassen und verweigert seine Unterstützung. So wendet sich die Königin an Etzels Bruder Blödelin, der den Auftrag, Hagen zu töten, gegen ein großzügiges Honorar bei nächster Gelegenheit ausführen will. Wieder zu Tisch, führt Etzel den gemeinsamen Sohn Ortlieb stolz an Hagens Platz. Er rühmt die Burgunden als "edel, mächtig, stark und wohlgetan" - so, wie sein Sohn einmal werden soll.

Dann schlägt er zum Entsetzen seiner Gemahlin vor, dass Ortlieb am Wormser Hof zum Manne erzogen wird. Hagen aber verspottet den Buben mit den Worten: "Doch ist der junge König so schwächlich anzusehen." Die Anwesenden zeigen sich verstimmt, selbst Etzel würde seinen ehemaligen Getreuen nun lieber tot als lebendig sehen.

Die Auseinandersetzungen eskalieren

Kurz darauf zieht Etzels Bruder Blödelin mit seinen Soldaten zur Herberge, in der sich Hagens Bruder Dankwart mit Rittern und Knechten die Zeit vertreibt. Der Hunne fordert den Burgunden zum Kampf, um endlich Siegfrieds Tod zu rächen. Es entsteht eine blutige Auseinandersetzung mit hohen Verlusten auf beiden Seiten. Blödelin stirbt als Erster und nach ihm noch 9000 Mann - so zumindest vermeldet es der Dichter. Nur der furchtlose Dankwart übersteht den Angriff unbeschadet und eilt zu Hagen auf die Etzelburg. Als er berichtet, was geschehen ist, tötet der Vogt vom Rhein kurzerhand den kleinen Ortlieb.

Getöteter Ortlieb - Nibelungen Quelle: ZDF

Von da an gibt es kein Halten mehr. Hinter verschanzten Toren hauen und stechen die Männer wie Barbaren aufeinander ein. Dazu spielt der starke Volker auf seiner Fiedel. Ein makabres Szenario. Selbst der gütige Dietrich von Bern muss um sein Leben fürchten. Kriemhild fleht den friedfertigen Mann an, ihr zur Flucht zu verhelfen. Da verschafft sich Dietrich lautstark Gehör und fordert Gunther eindringlich auf, die Waffen niederzulegen. Er bittet für König Etzel, Kriemhild, sich und seine Amelungen um freies Geleit - im Gegenzug sei er den Burgunden stets ein treuer Diener. Auch Markgraf Rüdiger kann mit seinem Heer abziehen. Dann geht der Kampf weiter.

Immer neue Kämpfe

Am schlimmsten treibt es Volker, der jeden, der sich der Tür naht, meuchelt. Giselher und die anderen schleppen 2000 schwer verwundete und getötete Hunnen vor den Palast und werfen sie die steinernen Stufen hinunter. Überall auf der Burg erhebt sich Wehklagen, auch König Etztel trauert um seine Getreuen. Volker verhöhnt ihn daraufhin mit unziemlichem Spott. Kriemhild hetzt erneut und fordert Hagens Kopf. Bis in die Nacht dauert der erbitterte Kampf um Leben und Tod. Dass so viele ihr Leben lassen, ist nach Ansicht des Verfassers die alleinige Schuld des teuflischen Hagen. Durch sein Verhalten hat er die Gastgeber bis aufs Messer provoziert und alle in den Rachefeldzug hineingezogen.

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