Kinder der Industriellen Revolution

Aufbruch in eine technisierte Welt

Das 19. Jahrhundert - Zeit der weitreichenden sozialen und wirtschaftlichen Umwälzungen. Charles Goodyears Entdeckung ist ein Synonym für diese Epoche: Die USA befinden sich in einer Phase des Umbruchs und des Fortschritts, wie es sie zuvor noch nicht gegeben hat.

Die Entdeckung der Vulkanisation fällt in eine Zeit, wie sie für die Protagonisten fordernder wohl kaum sein könnte. Das Gemisch aus Industrialisierung und Immigration, Besiedelung des Westens, Bürgerkrieg und Sklaverei sorgt teilweise für unberechenbare Umstände - und liefert gleichzeitig den Nährboden für einige der bahnbrechendsten Erfindungen in der Geschichte der Menschheit.

Unaufhaltsamer Fortschritt

Die Industrielle Revolution ist in diesem Kontext ein wichtiger Faktor. Zum einen gründete sie teilweise auf technischen Neuerungen wie der Dampfmaschine - 1769 erfunden, ist sie eine wichtige Grundlage für weitere geniale Erfindungen. Zum anderen schreitet sie unaufhaltsam voran, so dass fortwährend Verbesserungen in Erscheinung treten.




In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts liegt der Produktionsschwerpunkt noch bei der Baumwolle. Dies beginnt sich zu ändern, als ab 1844 der Bau der Eisenbahn vorangetrieben wird. Innerhalb einer Dekade verdreifacht sich die Länge des Schienennetzes, was die Besiedelung des zu großen Teilen noch unbekannten Westens ungemein erleichtert. Konflikte mit den Ureinwohnern sind programmiert, und führen letztlich zu kraftraubenden und brutalen Kriegen. Der "Fortschritt" ist nicht aufzuhalten.

Von Handarbeit zur Massenproduktion

Die Industrielle Revolution begann in England, Mitte des 18. Jahrhunderts. Zunehmend verlagert sich die Produktion von kleinen Manufakturen in große Fabriken. Eine hohe Rentabilität und der ständige Strom von Einwanderern aus dem krisengeschüttelten Europa tragen diese Entwicklung auch in die USA und ermöglichen erstmals die vermehrte und serienmäßige Produktion von Textil- und Dampfmaschinen, Waffen, Uhren, Schuhen, Möbeln. Auch die Gummiproduktion läuft auf Hochtouren - dank der 1839 von Charles Goodyear entdeckten Vulkanisationstechnik.

Das Wachstum der amerikanischen Wirtschaft erlebt eine bis dahin nicht gekannte Beschleunigung, die nur durch kurze Zeiten der Rezession unterbrochen wird. Der Wert der hergestellten Produkte vervierfacht sich zwischen 1840 und 1860. Die Zahl der Lohnarbeiter in diesem Zeitraum steigt von circa 790000 auf etwa 1,3 Millionen an. Dies hat auch Auswirkungen auf die Arbeitsbedingungen, welche sich langsam aber sicher verbessern sollten.

Sklaverei und Bürgerkrieg

Diese Entwicklung führte unter anderem dazu, dass das Land sich in Befürworter und Gegner der Sklaverei spaltet. Vor allem im weniger industrialisierten Süden will man auf der Sklaverei beharren, was sich mit den fortschrittlicheren Ansichten des Nordens jedoch nicht vereinbaren lässt. Im Jahr 1861 kommt es schließlich zum Bürgerkrieg, der 1865 mit dem Sieg des Nordens endet - und letztlich die gesetzliche Abschaffung der Sklaverei auch in den elf abtrünnigen Südstaaten bedeutet.

Goodyear erlebt diese Entwicklung hin zur Moderne jedoch nicht mehr. Er stirbt zuvor - krank wegen der giftigen Dämpfe, die in seinen Experimenten entstanden und ohne in dieser bewegten Zeit finanziellen Profit aus seiner weltverändernden Erfindung geschlagen zu haben.

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