König Herodes' Kindermorde

Herrschaft mit Zuckerbrot und Peitsche

Die Bibel erzählt noch eine spannende Parallelgeschichte, in der es um Verfolgung und Mord geht. Sie handelt von König Herodes, dem gefährlichen Gegenspieler Jesu. In die Geschichte ist der jüdische König als einer der größten Bauherren der Antike eingegangen.

Herodes' setzt seine Visionen von einem glanzvollen Jerusalem in die Tat um. Er lässt auf dem Areal des alten Tempels einen neuen errichten, größer als die Bauten seiner Vorgänger.

Eindrucksvolles Zeugnis



Das Gotteshaus galt den Zeitgenossen als eines der prachtvollsten Gebäude der antiken Welt. Nur das mächtige Fundament hat die Zeiten überdauert. Eindrucksvolles Zeugnis eines Herrschers, der sich mit allen Mitteln beliebt machen wollte.

Abscheuliche Taten

Herodes versüßt seine Brutalität mit Geschenken sogar mit einem Tempel, doch das Volk kann er damit nicht kaufen. Überall sieht er Menschen, die ihm nach dem Leben trachten. Er leidet mehr und mehr an Verfolgungswahn und beginnt gegen seine Feinde zu wüten - auch gegen die, die er sich nur einbildet. Mariamne, eine seiner Ehefrauen, lässt er in einem Honigfass ertränken. Er schreckt auch nicht davor zurück, seine eigenen Söhne zu ermorden.


Die Erinnerung an die schrecklichen Exzesse hat auch die Bibel bewahrt. Die Erinnerung an hinterhältige Morde bei Nacht und Nebel. Und an eine besonders abscheuliche Tat: Als man ihm die Geburt Jesu, des neuen Königs der Juden prophezeit, befiehlt er, alle Neugeborenen in Bethlehem zu töten. Der berüchtigte Kindermord von Bethlehem - Herodes - ein blindwütiger Massenmörder?

Ein spektakulärer Fund in der Hafenstadt Ashkelon an der israelischen Mittelmeerküste gibt eine überraschende Antwort auf die Frage. Aschkelon war zu Zeiten Jesu einer der wichtigsten Häfen Palästinas. Die antike Kaimauer ist längst ein Raub der Gezeiten geworden. Aber hinter den ehemaligen Hafenanlagen blieben die Fundamente der Häuser erhalten. Hier machten Archäologen vor wenigen Jahren eine grausige Entdeckung. In einer Grube inmitten des Wohnviertels fanden sie Hunderte von Babyknochen. Wie Gerichtsmediziner feststellten: fast ausschließlich von Jungen unter zwei Jahren - ermordet.

Glaubhafte Legende

Ob auch Bethlehem damals Schauplatz eines Kindermords war, ob König Herodes Jesus nachstellen ließ, lässt sich nicht beweisen. Aber der Mord an den Kindern von Ashkelon und die Brutalität, mit der Herodes regierte, machen die Legende zumindest glaubhaft.

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