König Pakals Grab

Gewaltiger Sarkophag

Heilpflanzen finden sich noch heute unweit der alten Paläste. Hat das medizinische Wissen der alten Priesterärzte in den Gärten der heutigen Maya die Zeiten überdauert? Palenque ist eine der verwunschensten und berühmtesten Maya-Siedlungen. Dennoch sind bisher nur der Palast und wenige Tempel ausgegraben.

In dem Palast, fertig gestellt im 8. Jahrhundert, befand sich die Residenz der Könige von Palenque. Eine reiche Stadt, Sitz eines göttlichen Königs, der zahlreiche Vasallen in der Tiefebene beherrschte. Etwa ab dem Jahr 900 verfielen Tempel und Paläste.

Überwucherte Stadt

Erst Anfang des 19. Jahrhunderts erkundeten europäische Forschungsreisende die überwucherte Stadt. Doch ihnen blieb verborgen, was sich, unter einer Steinplatte versteckt, im Tempel der Inschriften befindet: Eine steile Treppe führt hinab zur Grabkammer von König Pakal.

Hinter einer mächtigen, steinernen dreieckigen Tür befindet sich Pakals Grab: Der größte Sarkophag, der in Amerika je gefunden wurde. Die alten Maya glaubten, dass nach dem Tod eine Reise in die Unterwelt beginnt. Jemand der starb, war einer, "der den Weg betrat". Gemäß ihrem Glauben ließ jeder verstorbene König seinen Reichtum und Wohlstand nicht zurück, sondern er nahm für ihn wichtige Dinge mit ins Jenseits.

Hinweis auf Heilpflanzen

Nikolai Grube entdeckt an den Seiten des gewaltigen Sarkophags Abbildungen, die einen Hinweis auf Heilpflanzen geben könnten. Von den Früchten her scheint es wie Nanche auszusehen. Doch warum wurde diese Pflanze im ersten Jahrtausend nach Christus unten in der Grabpyramide in den Sarkophag des großen Königs Pakal gemeißelt? War es eine heilige Pflanze der Maya? Womöglich eine Medizinpflanze?


Während sich die ersten Forschungsreisenden nur für die eindrucksvollen Paläste interessierten, betrachtet Grube auch die zahlreichen Nebengebäude genau. Wie viel verraten Sie über das Alltagsleben der Maya? Welche Mittel standen ihnen zur Verfügung? Wie verhielten sich gegenüber Kranken? Gab es medizinische Einrichtungen?

Schwitzbad in den Tropen

Das Bad der Königin in Palenque überrascht: ein Schwitzbad. Mitten in den Schweiß treibend feuchtheißen Tropen eine Sauna? Vermutlich wurden Schwitzbäder bei den frühen Kulturen Mesoamerikas für rituelle Handlungen genutzt. Vielleicht wurde der heiße Dampf zur Behandlung von Hautkrankheiten eingesetzt?




Weitgehend unbekannt ist, dass die Maya auch zur See fuhren. Auf einer verlassenen Karibikinsel vor der Küste Mexikos findet sich eine weitere Spur. An der Westküste Yucatans liegt die Insel Jaina. Eine Insel der Toten. Sie diente in der vorspanischen Zeit über fünf Jahrhunderte als Begräbnisstätte. Berühmt wurde sie wegen der kleinen Terrakotta-Figuren, die die Maya den Toten ins Grab gaben. Einige dieser Figuren haben Deformationen, die von Wissenschaftlern als Hautkrankheiten gedeutet werden.

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