König Vercingetorix' Taktik

Erfolg durch Politik der "verbrannten Erde"

Erst durch die Bedrohung Caesars war es gelungen, die zerstrittenen Stammesführer Galliens unter einem Oberkommando zu versammeln. Dies war das Verdienst eines Mannes, der den Aufstand gegen Rom betrieb und für sich selbst eine große Zukunft erhoffte: Vercingetorix. Auf ihm ruht nun die ganze Hoffnung der bedrohten Kelten.

Hatte Vercingetorix nicht landauf, landab mit leidenschaftlichen Reden zum offenen Aufstand gerufen? Jetzt sollten den Worten Taten folgen. Nun wird sich zeigen, ob er der Mann ist, der die zerstrittenen Stämme gemeinsam in den Kampf gegen Rom führen kann.

Plan ohne militärische Logik?



Schon bald erreicht der Krieg auch die entlegensten Dörfer. Vercingetorix fasst einen Plan, der jeder militärischen Logik zu widersprechen scheint. Dafür braucht er die Unterstützung der Druiden. Lange hatten die Bauern Galliens hilflos mit ansehen müssen, wie Caesars Truppen ihre Felder und Kornspeicher plünderten.

Gallien in Flammen

Druiden beschwören ihre Landsleute, Vercingetorix zu folgen und dem Sieg das größte Opfer zu bringen: ihre Felder und Dörfer niederzubrennen, um die Römer so vom Nachschub abzuschneiden. Eine schwere Entscheidung: Die eigene Habe zu zerstören, um die Heimat zu retten. Caesar notiert beeindruckt: "Noch am selben Tag wurden mehr als 20 Städte der Bituriger in Brand gesteckt. Dasselbe geschah bei den übrigen Stämmen."


Gallien steht in Flammen. Die Politik der "verbrannten Erde" hat Erfolg. Die Versorgung der römischen Truppen gerät ins Stocken. Die Gewaltmärsche, für die Caesars Soldaten berühmt sind - manchmal bis zu 30 Kilometer am Tag, mit circa 40 Kilo Gepäck - überfordern die entkräftete Truppe. Die Situation wird kritisch für Caesar. Kann er jetzt die Entscheidung nicht erzwingen, werden seine Truppen in wenigen Wochen aufgerieben sein.



Nun muss er erst recht auf Militärtechnik setzen, um den Krieg schnell für sich zu entscheiden. Kampfformationen wie die "Schildkröte", zum Schutz gegen Wurfgeschosse und Pfeilhagel, schneller Verteidigung bei Überraschungsangriffen und dem Einsatz von Belagerungsmaschinen. Den schweren Steinschleudern haben die Kelten nichts entgegenzusetzen. Trotz der Entbehrungen von fast acht Jahren Krieg, folgen die Soldaten bedingungslos ihrem Feldherrn.

Magische Rituale

Die Kelten verfügen lediglich über ein Freiwilligenheer, oft ungeordnet und mangelhaft bewaffnet, aber wild entschlossen, die eigene Heimat zu verteidigen und dafür das Leben zu opfern. Dabei vertrauen sie nicht nur auf ihre militärische Stärke, sondern auch auf die Wirksamkeit alter religiöser Rituale. Ihre Druiden müssen helfen, die Gunst der Götter und das Kriegsglück zu erzwingen. Sie treffen sich an magischen Orten, auf geheimen Waldlichtungen. Für einen glücklichen Kriegsausgang versenken sie Schilde, Speere und Schwerter in heiligen Quellen und Seen.


Das Naturhistorische Museum in Wien besitzt eine weltweit einzigartige Sammlung zur Geschichte der Kelten: darunter das älteste Schwert, auf dessen Scheide keltische Reiter dargestellt sind. Fast alles, was man über das Aussehen und die Ausrüstung keltischer Krieger weiß, stammt von dieser Darstellung. Ein Künstler ritzte das Bild vor zweieinhalb tausend Jahren in das harte Metall. Es zeigt Kämpfer in Waffen auf dem Weg in die Schlacht.

Hoffnung auf den schnellen Sieg



Die keltischen Reiter waren legendär. Sie kämpften als Söldner in den Armeen von Hannibal und Alexander dem Großen. Auch in diesem Krieg spielen sie eine bedeutende Rolle. Avaricum, Gergovia, Alesia - das sind die Orte, an denen sich im Jahr 52 vor Christus das Schicksal der Kelten entscheidet. Gergovia ist die Hauptstadt der Arverner und die Heimat ihres Führers Vercingetorix. "Auf einem Hügel gelegen, war die Stadt schwer zugänglich", notiert Caesar. Daher entfaltet er die ganze Kunst römischer Belagerungstechnik und hofft auf den schnellen Sieg.

Vercingetorix antwortet mit einem Überraschungsangriff. Aus dem Schutz der benachbarten Hügel fällt er den überraschten Legionen in die Flanke. Viele der verbündeten Hilfstruppen wechseln daraufhin die Seite und zwingen die Sieg gewohnten Legionäre zum Rückzug. Caesar verliert 700 Soldaten und fast die Hälfte seiner Unteroffiziere.

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